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Videos sollen Begeisterung für ungewöhnliche Lebensmittel zeigen

Japanischer Student will über YouTube Insekten zu akzeptierten Nahrungsmitteln machen

Immer mehr Unternehmen weltweit fangen an Produkte mit Insekten zu herzustellen. Auch in Japan gibt es mittlerweile Grillen-Ramen, Grillen-Bier und andere Leckereien aus Krabbeltieren. Allerdings haben viele Menschen weiterhin Bedenken beim Essen der Proteinalternative. Ein japanischer Student will diese nun mithilfe von YouTube beseitigen.

Der 21 Jahre alte Kazuki Shimizu von der landwirtschaftlichen Fakultät der Kindai University in Nara hat das ungewöhnliche Projekt gestartet. Sein Ziel ist es zu zeigen, wie sich die Wahrnehmung zu Insekten als Nahrungsmittel ändert und er möchte die Veränderung mit anderen Menschen teilen.

Kaffee aus Krabbeltierchen

Shimizu selbst hat in der Highschool während des Biologieunterrichts erstmals Heuschrecken gegessen, die in Sojasoße gekocht waren. Er war dabei sehr überrascht, wie gut die Insekten schmecken können. Anschließend probierte er noch andere Insekten aus, wie frittierte Käferlarven, die gerne als Fischfutter verwendet werden.

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Die zubereiteten Insekten schmeckten ihm mit der Zeit so gut, dass er begann regelmäßig in Restaurants zu essen, die Gerichte mit den Tierchen hatten. Um seinen ungewöhnlichen Geschmack mit anderen zu teilen, startete er im April seinen YouTube-Kanal mit dem Namen KonTube. Es handelt sich dabei um ein Wortspiel aus dem japanischen Wort für Insekt, Konchu, und dem Namen YouTube.

In seinen Videos stellt Shimizu Rezepte mit Zikaden, Heuschrecken, Bienen und anderen Insekten vor, die normalerweise niemand essen würde. Seine Leidenschaft zahlte sich bereits aus. Er startete eine Kollaboration mit einem Café in Osaka und einer Risikokapitalgesellschaft in Tokushima, um einen Kaffee aus Grillen zu entwickeln.

Insekten werden in der Zukunft wichtiger

Der Kaffee mit dem Insektenpulver bekam viel positives Feedback von anderen Studenten, nachdem er auf einer Veranstaltung im Dezember verteilt wurde. Einige mussten sich zwar zum Trinken überwinden, waren dann aber überrascht, wie normal das Getränk eigentlich schmeckte.

Shimizu versteht dabei, dass es schwer ist das Image von Insekten als Nahrungsmittel zu ändern, die viele immer noch als seltsam ansehen. Er will sich aber weiterhin an Aktivitäten beteiligen, die dabei helfen, Menschen zu zeigen wie lecker die Krabbeltiere sind. An seiner Leidenschaft wird er also weiterhin festhalten.

Ein Umdenken bei der Bevölkerung könnte in der Zukunft wichtig werden, da Insekten als mögliche Lösung für die globale Ernährungsunsicherheit gesehen werden, die in der Zukunft wohl zunehmen wird.

Ekel vor Insekten-Nahrungsmittel auch in Japan ein Problem

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen gab schon 2013 an, dass Insekten als Nahrungsmittel gefördert werden sollen, da sie weniger Futter als Rinder und Schweine brauchen, aber gleichzeitig die gleiche Proteinmenge liefern. Ebenfalls ist die Umweltbelastung im Vergleich zur Fleischindustrie deutlich geringer.

Gleichzeitig merkte die UN in ihrem Bericht an, dass Verbraucher sich in vielen westlichen Ländern weiterhin vor Nahrung mit Insekten ekeln. Auch in Japan gibt es das Problem, weswegen Anbieter von Insekten-Nahrungsmittel ihre Ware eher still und heimlich anbieten, um niemanden zu verschrecken.

So hat unter anderem ein Restaurant in Nara zwar Gerichte mit Insekten, die sind aber nicht auf der Karte zu finden, aus Angst Gäste zu verlieren. Damit können Menschen nur von dem Angebot wissen, wenn sie davon gehört haben oder eine frühe Pressemitteilung erhalten haben. Es bleibt damit auch in Japan noch ein langer Weg, bis geröstete Heuschrecken nicht mehr als Mutprobe angesehen werden.

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