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Eine flauschige Bären-Tatze sorgt für ein sicheres Arbeitsumfeld

Japanisches Café stellt explizit Menschen mit psychischen Problemen ein

Schon vor der Corona-Pandemie waren in Japan bereits einige sogenannte „Hole-in-the-Wall“- Cafés und Lokale zu finden. Gerade jetzt erleben die kontaktarmen Bars einen echten Aufschwung und werden immer beliebter.

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Bestellungen werden oftmals vorher per Handy abgegeben und die Kunden erhalten ihre Waren durch ein Loch in der Wand ausgehändigt. Diese Art Service ist für die Angestellten auch ein großer Vorteil und das nicht nur in der aktuellen Situation. Menschen, die unter psychischen Problemen oder an Empfindlichkeiten im Zusammenhang mit persönlichen Kontakten leiden, haben es schwer einen Arbeitsplatz zu finden.

Kontaktloses Café

Diese sogenannte „Hole-in-the-Wall“- Lokale bieten ihnen einen kontaktarmen Ort, in dem sie in Ruhe arbeiten können. Mit genau diesem Ziel wurde unlängst das „Kuma no Te“ („Bären-Tatze“)-Café in Osaka eröffnet. Das neue Lokal wird von der Mental Support-Akademie betrieben, die seit 12 Jahren Unterstützung für Menschen mit psychischen Problemen anbietet. Dabei setzt man eine individuelle Betreuung der Einzelpersonen.

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Das Café bietet für die Angestellten einen sicheren Ort, an dem sie ihre Ängste vor der Wiedereingliederung in die Gesellschaft überwinden können. Gleichzeitig erhalten sie weiterhin therapeutische Hilfe auch während der Arbeitszeit. Für die Menschen mit psychischen Störungen bedeute der direkte Kontakt mit Kunden viel Stress, deswegen entschied sich die Akademie für ein Café, bei dem das Personal die Kunden weder sieht, noch von diesen gesehen wird.

Menschen mit verschiedenen psychischen Problemen arbeiten zusammen

Durch einen flauschigen Bären-Handschuh kann direkter Hautkontakt vermieden werden, während die Mitarbeiter durch eine kleine Öffnung in der Wand, Getränke und Süßigkeiten verkaufen. Aktuell arbeiten in Osaka sechs Personen, die alle von der Mental Support-Akademie kommen oder dort sogar noch eingeschrieben sind. Darunter ist eine Person mit Depressionen und eine hypersensible, die durch häusliche Gewalt in der Kindheit ein schweres Trauma davongetragen hat.

Bären-Tatzen Café
Leckere Kleinigkeiten Bild: Kuma no Te
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Ein weiterer Mitarbeiter leidet an einer Anpassungsstörung. Eine Mutter mit einer Persönlichkeitsstörung und einem lernbehinderten Sohn und sogar ein Hikikomori sind dort aktuell angestellt. Für alle ist der Job ein Sprungbrett in ein normales Leben in der Gesellschaft. Neben dem Personal stehen aber auch die Kunden im Fokus, die mit Parfaits und süßen Getränken sowie dem lustigen Liefersystem zum Lachen gebracht werden sollen.

Wie genau Bestellung und Bezahlung im „Kuma no Te“ vonstattengehen sollen, ist abschließend noch nicht geklärt, sehr wahrscheinlich ist aber ein Automat, denn die Japaner sind mit dieser Option vertraut und die technischen Anlaufstellen sind sehr beliebt. Der reguläre Betrieb soll am 11. September beginnen. Das Café liegt nur zwei Gehminuten vom Bahnhof Osaka-Uehonmachinishi entfernt.

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