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Innerhalb von zwei Jahren nahm die Anzahl um 12 Prozent ab

Japans Pachinko-Salons sterben aus

Früher galt bei den Menschen in Japan Pachinko als beliebter Zeitvertreib. Die bunt gestalteten Spielhallen waren leuchtende Hingucker im Stadtbild vieler Regionen. Eine besondere Atmosphäre zwischen hohen Gewinnen und tiefer Verzweiflung hielt die Leute gefangen und bescherte den Betreibern hohe Gewinne.

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Mittlerweile sind die Hochzeiten der Glücksspiel-Salons allerdings vorbei und der Niedergang scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein. Die Pandemie tut das ihrige dazu, die Zahl massiv schrumpfen zu lassen.

Pachinko-Hallen massiv in der Krise

Aktuell gibt es in Japan gemäß Zählung der Nationalen Polizeibehörde 8.500 Pachinko-Hallen, Anfang 2020 waren es noch über 9.600. Lange Zeit galten die Salons in der Pandemie als Superspreader und wurden dementsprechend streng reglementiert und überwacht. Im Laufe des Jahres 2020 mussten deswegen 604 Hallen überall im Land ihren Betrieb endgültig einstellen.

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Anfang 2021 ging der Abwärtstrend weiter, allein im Januar mussten 84 Pachinko-Salons aufgeben. Auch im August erwies sich die Rate der Anbieter, die ihren Betrieb einstellten, als überaus hoch. Im August endet in Japan aber auch traditionell die Hauptsaison in den Spielhallen.

Trotz weniger Schließungen 2021 beläuft sich die Zahl der Spielhallen, die in zwei Jahren endgültig geschlossen wurde, auf insgesamt 1.183 Einrichtungen. In den sozialen Netzwerken zeigten sich die Japaner nicht überrascht, für viele ist die Zeit solcher Angebote einfach abgelaufen. Viele kennen sie noch aus ihrer Jugend, Apps und Online-Games liefen ihnen aber bereits seit einiger Zeit massiv den Rang ab.

Neue Angebote beschleunigen das Ende

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Die Pandemie war zweifellos ein starker Beschleuniger, allerdings erkannten Beobachter der Szene schon lange ein starkes Nachlassen an Interesse. Die japanische Regierung will schrittweise immer mehr Casinos zulassen, die eine weitere starke Konkurrenz darstellen, da sie sowohl für die Menschen im Land als auch für Touristen ansprechender gestaltet werden, als es eine traditionelle Pachinko-Halle.

Zwischenzeitlich setzte die Nationale Polizeibehörde eine umfassende Reform der Automaten-Technik durch. Diese sorgt dafür, dass mehr als 1,5 Millionen Spielautomaten illegal geworden sind und deswegen ersetzt werden mussten. Die damit verbundenen hohen Kosten sowie eine allgemein düstere Zukunftsaussicht trieben weitere Betreiber zur Aufgabe. Sollte in nächster Zeit kein Umdenken stattfinden, werden die bunten Pachinko-Salons bald endgültig der Vergangenheit angehören.

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