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HomeNachrichten aus JapanLifestyleKünstler stellen traditionelle Ukiyo-e Holzschnitte mit modernen Motiven her

Doraemon meets Hokusai

Künstler stellen traditionelle Ukiyo-e Holzschnitte mit modernen Motiven her

Der Künstler Hokusai hat mit seinen Holzschnitt-Arbeiten das Bild der traditionellen japanischen Kunst in der Welt nachhaltig geprägt. Seine 36 Ansichten des Berges Fuji, hauptsächlich „Die große Welle von Kanagawa“, gehören zu den bekanntesten Kunstwerken aus dem Osten. Die Darstellung eines Seglers inmitten tosender Wellen mit dem Fuji als Beobachter hinterlässt beim Betrachter einen bleibenden Eindruck.

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Während Hokusais traditionelle Farbholzschnitte in den Köpfen der Menschen und in zahllosen Publikationen weiterleben, geht die Methode zur Herstellung solcher Kunstdrucke langsam aber sicher verloren. Eigentlich ist es gut dokumentiert, wie in früheren Zeiten Künstler ihre Schüler in ihrer Arbeitsweise unterwiesen, allerdings gibt es heute nur noch wenige Nachfolger, die diese auch anwenden.

Holzschnitte wie zu Hokusais Zeiten

Die japanische Kunst-Organisation Hanzou sammelte eine Gruppe Künstler, Schnitzer und Druck-Techniker um sich, damit die handwerkliche Kunst hinter den Ukiyo-e Holzschnitten nicht verloren geht und die Methoden erhalten bleiben. Gemeinsam wurde eine moderne Variante der Darstellung entwickelt, die traditionelle und moderne Motive miteinander verbindet. Den Anfang macht eine Sammlung Holzdrucke mit der beliebten Figur Doraemon.

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Der erste Entwurf basiert ebenfalls auf Hokusais 36 Aussichten des Berges Fuji (Bishū Fujimigahara), die der Künstler im stolzen Alter von 70 Jahren erschaffen hat. Bei der Szene soll es sich um eine Ansicht der heutigen Stadt Fujimi in der Nähe von Nagoya handeln. Im Original sieht man einen Handwerker, der eine großen Sake-Behälter herstellt. Dieser bildet auch den Mittelpunkt der Darstellung.

Im Hintergrund ist der Fuji zu sehen. Während die Szene in heutiger Zeit eigentümlich anmutet, war es in Hokusais Zeit Alltag, dass solche Fässer noch in langwieriger Handarbeit hergestellt wurden. In der modernen Version des Werkes wurde der Zimmermann durch Doraemon und seinen Freund Nobita ersetzt. Die Künstler von Hanzou schufen eine Szene, die auch moderne Betrachter anspricht.

Tradition modern interpretiert

Ukiyo-e Kunst der Neuzeit
Moderne Tradition Bild: Hanzou
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Die beiden Manga-Figuren fügen sich perfekt in Hokusais Szene ein und wurden mit derselben Technik verewigt, die auch der Künstler für seine Ukiyo-e-Werke nutzte. Zunächst wird die Szene auf dünnem Seidenpapier gezeichnet und anschließend auf einen Block aus Kirschholz übertragen. Dort dient sie als Vorlage zum Ausschnitzen. Anschließend wird in mehreren Schritten das überzählige Holz entfernt, bis die Vorlage an ein Blatt handgeschöpftes Washi-Papier gedruckt wird.

Dieser Vorgang wird mehrere Male wiederholt, bis sich der Ukiyo-e Holzschnitt in seiner perfekten Form zeigt. Insgesamt stellen die Künstler 300 Exemplare ihrer 36 Ansichten des Berges Fuji her. Diese können ab sofort über eine Webseite vorbestellt werden. Die Auslieferung soll im Dezember erfolgen. Der Kaufpreis für die modernen Kunstwerke beträgt 45.000 Yen (circa 350 Euro).

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