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In Tokyo erwarten Gäste jetzt schlaflose Nächte

Manga-Hotel in Tokyo ermutigt Gäste zu schlaflosen Nächten

Nur wenige Hotels ermutigen ihre Gäste aktiv, die Nächte schlaflos zu verbringen. Ein Manga-Hotel ruft seine Gäste dazu auf und trifft damit einen Nerv, sowohl bei Japanern als auch ausländischen Touristen.

Das Manga Art Hotel im Zentrum von Tokyo hat ein eigenes Angebot entwickelt, das die beliebten Kapsel-Zimmer mit einer aussagekräftigen Bibliothek verbindet. Die Zimmer sind direkt in Regale integriert und sollen die Gäste dazu animieren, in Ruhe in die Geschichte der Bücher einzutauchen.

Hotel extra für Manga-Liebhaber

Das Hotel eröffnete im Februar 2019. Zuerst bestanden die Gäste überwiegend aus Japanern, durch Mund-Propaganda wurden aber auch immer mehr Touristen auf das Angebot aufmerksam. Mittlerweile sind rund 40 Prozent der Gäste Ausländer, wobei die Besucher bisher aus 66 Ländern kamen.

Trotzdem möchte sich das Hotel von einem Manga-Café abgrenzen. Auch diese sind mittlerweile an 24 Stunden und sieben Tage die Woche geöffnet und laden zum Stöbern in der riesigen Bibliothek ein. Viele der Cafés wurden ein anonymer Landeplatz für Nachteulen, die bequem auf das nächste öffentliche Verkehrsmittel nach Hause warten.

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Das Manga-Hotel ist bestrebt, einen friedlichen Ort für echte Manga-Fans zu bieten. Die Gäste buchen ihre Zimmer lange im Voraus und bauen oft eine enge Bindung zu den Angestellten auf. Die Zimmer werden durch große Bücherregale abgetrennt und die Gäste können sich in eine Ecke zurückziehen, um in Ruhe zu lesen.

Manga meets Unterkunft

Die 180 Quadratmeter große Anlage ist auf zwei Stockwerken untergebracht. Ein Schild an dem Gebäude weist auf ein „Manpaku“ hin, ein Wort, bestehend aus den japanischen Schriftzeichen für „Manga“ und „Unterkunft“. Insgesamt verfügt das Hotel über 16 Betten für Frauen, die im vierten Stock liegen, die Männer finden 19 Betten eine Etage weiter oben. Die Preise variieren je nach Saison zwischen 3.000 Yen (24,90 Euro) und 8.000 Yen (66,30 Euro).

Manga soweit das Auge reicht
Schlafen zwischen Büchern Bild: Manga Art Hotel

Insgesamt verfügt das Hotel über eine Sammlung von 5.000 Bänden, davon sind 4.000 auf Japanisch und 1.000 Bände liegen auf Englisch vor. Darunter sind bekannte Titel wie „My Hero Academia“ und „Attack on Titan“, aber auch Werke eher unbekannter Zeichner lassen sich finden. Gleichzeitig werden die Gäste animiert auf digitale Medien zu verzichten und die wirklichen Papier-Bücher wiederzuentdecken.

Die zentrale Lage mitten in Tokyo ist für Touristen ein weiterer Pluspunkt, da sich alle Sehenswürdigkeiten der Stadt leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lassen. Allerdings sind auch die Gäste aus Japan begeistert von der Idee. Der treueste Stammgast aus Japan kam bisher 50 Mal, um im Hotel schlaflos zu übernachten.

Ausländer sollen Vorurteile abbauen

In Zukunft will das Hotel vermehrt auf ausländische Besucher setzen und deren Zahl auf bis zu 70 Prozent steigern. Das Angebot an Manga wechselt in der Regel alle zwei Monate. Bei den ausgewählten Titeln spielen vor allem die künstlerische Gestaltung und die Reaktion bei den Lesern eine bedeutende Rolle. Zu jeder Serie gibt es eine japanische und eine englische Beschreibung, um die Auswahl zu erleichtern.

Volle Manga-Regale
Zeit beim Lesen vergessen Bild: AS

Außerdem geht es dem Betreiber darum, Manga als Kunstform zu fördern und dem Vorurteil, es handele sich um billige Unterhaltung entgegenzuwirken. Er selbst liest etwa zehn Bücher am Tag. Fünf weitere Mitarbeiter kommen insgesamt auf etwa 20 Bände, schließlich müssen alle angebotenen Werke vorgestellt werden. Auch die Auswahl wird jedes Mal wieder ausdiskutiert. Die Angestellten beschreiben sich selbst als „Manga-Sommeliers“, die ihren Gästen immer die für sie perfekten Werke anbieten wollen. Obwohl natürlich auch Bestseller zu den angebotenen Werken gehören, geht es vor allem darum, alle Arten von Manga vorzustellen.

Eine eigene Datenbank hilft den Angestellten bei der Vorstellung das perfekte Buch für jeden Gast. Noch vor der Eröffnung verschlang der Besitzer des Hotels täglich 30 bis 50 Bände, um die Werke für sein Manga-Hotel auszuwählen. Es ging ihm vor allem um Geschichten, die in Erinnerung bleiben.

Der Miteigentümer wollte bereits seit Universitätszeiten eine eigene Firma gründen. Er startete mit einem kleinen Unternehmen, das bei der Vermietung von Ferienwohnung half. Er erkannte, dass Japan für Touristen immer interessanter wurde. Der ambitionierte Mann ist bereits dabei, weitere Manga-Hotels zu planen, die gleichzeitig die Bekanntheit von Manga über die Grenzen Japans hinaus steigern sollen.

Kyodo

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