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Eine Akademie für kommende Meerjungfrauen gibt es in Japan bereits seit 2018

Meerjungfrauen in Nagoya wollen Trainingsprogramm ausweiten

Die Besucher eines Schwimmbads in Nagoya erlebten vor wenigen Tagen eine echte Sensation. Im Pool in Stadtteil Meito schwammen und spielten zwei Meerjungfrauen im warmen Sommerwetter.

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Die Schwanzflossen der beiden jungen Frauen waren in Rosa und Hellblau gehalten und strahlten mit der Sonne um die Wette.  Die Nixen stellen sich als Chinatsu Matsunaga und Shoko Goto vor, die in Kostümen mit langen Schwänzen wie Fische durch das Wasser glitten. Beide Japanerinnen lieben seit ihrer Kindheit Meerjungfrauen und haben lange trainiert, um so schwimmen zu können wie die Wesen aus den Mythen und Legenden.

Meerjungfrau zu werden ist nicht einfach

Die beiden entwickelten ihre Leidenschaft schnell weiter und eröffneten eine Schule für Meerjungfrauen, um auch anderen Begeisterten die Möglichkeit zu geben, mithilfe von Schwanzflossen ihrem Traum näherzukommen. Inzwischen haben die beiden jungen Japanerinnen mehr als 100 anderen Menschen beigebracht, sich so im Wasser zu bewegen.

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Im Juni erhielten die beiden Frauen die Gelegenheit, in einem Schwimmbad in Meito ihre Fähigkeiten zu präsentieren. Sie schwammen durch das Becken, machten Rollen im Wasser und erfreuten die Besucher mit ihrer Performance. Auf viele wirkten sie, als wären sie einem Märchen oder Anime entsprungen. 2018 gründeten Matsunaga und Goto die Mermaid Academy Japan, um das Meerjungfrauen-Schwimmen in ihrer Heimat bekannt zu machen. In Schwimmbädern in Meito und Minami wollen die beiden in Zukunft vermehrt Schnupperkurse geben.

Heute wird angenommen, dass das Meerjungfrauen-Schwimmen seinen Ursprung auf den Philippinen hat. Mittlerweile soll es in den USA, Europa, China, Südafrika und überall auf der Welt mehrere tausend Laien-Meermenschen geben. Bei entsprechendem Training können Meerjungfrauen auf eine Tiefe von fünf Meter oder mehr tauchen, viele haben Vorkenntnisse als Taucher und kennen sich mit dem benötigten Equipment aus.

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Sowohl Matsunaga und Goto erfuhren aus dem Fernsehen vom Meerjungfrauen-Schwimmen. Beiden waren von der Idee sofort begeistert und nahmen an entsprechenden Ausbildungsprogrammen teil. Mittlerweile sind sie ausgebildete Lehrerinnen für Meerjungfrauen-Schwimmen. In ihren Kursen unterrichteten die beiden Frauen Laien-Nixen zwischen 5 und 50 Jahren. Einzige Voraussetzung für das Training ist eine große Begeisterung für mythischen Meereswesen.

Nixen gibt es in Nagoya wirklich
Nixe in ihrem natürlichen Lebensraum Bild: Mermaid Academy Japan

Immer mehr Menschen entdecken ihre Leidenschaft

Auch wenn die Fabelwesen oftmals als Frauen dargestellt werden, gab es in den Kursen in Japan auch schon einige männliche Teilnehmer. Die Mermaid Academy Japan bietet verschiedene Programme an. Die Palette reicht von kurzen Schnupperkursen bis hin zu Lizenz-Veranstaltungen für weitere kommende Trainer. Viele neuen Teilnehmer müssen sich erst an das Schwimmen mit Schwanzflossen gewöhnen, deswegen achten die Trainerinnen darauf, dass alle die Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Die meisten Schüler gewöhnen sich aber schnell an die neue Art der Fortbewegung.

Shoko Goto gesteht sogar, dass sie gar nicht schwimmen konnte, als sie mit ihrem Meerjungfrauen-Training begann. Mittlerweile reist sie in die verschiedensten Länder, um dort als Nixe durchs Wasser zu gleiten. Chinatsu Matsunaga nennt sich in ihrer Meerjungfrauen-Gestalt Chelsea, während sich Goto für den Namen Shellina entschied. Beide unterstreichen immer wieder, dass sie sich immer ganz anders fühlen, wenn sie in ihre Kostüme schlüpfen, als würden sie eine völlig neue Welt betreten.

In letzter Zeit erhalten die beiden Frauen auch vermehrt Anfragen, eine eigene Show auf die Beine zu stellen. Beide schätzen das Interesse und die große Unterstützung, die ihnen entgegengebracht wird sehr, allerdings sind sie sehr heimatverbunden und wollen vorrangig in der Präfektur Aichi tätig bleiben.

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