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Michelin-Empfehlung für Ramen-Shop im Autoladen

In Tottori hat er seinen Platz gefunden: Der Ramen-Shop von Katsumi Yoshida. Direkt neben seinem Gebrauchtwagenladen. Und nun bekommt er für dieses kleine Restaurant sogar eine der begehrten Michelin-Empfehlungen.

Von einem französischen Reifenhersteller gestartet, ist der Michelin Guide für seine Sterne und Empfehlungen der gehobenen Küche bekannt. Seine neueste Ausgabe zeichnet – neben bereits 230 honorierten Lokalen in Tokyo – unter anderem auch die besten Restaurants in Kyoto, Osaka und Tottori aus. Zu diesen gehört auch das Hot Air von Herrn Yoshida. Und das ist für den Besitzer des kleinen Ramen-Shops eine ganz besondere Ehre. Denn eigentlich ist er gar kein Koch, sondern Gebrauchtwagenverkäufer. Und sein Geschäft Hot Air ist eigentlich kein Restaurant gewesen, sondern ein Gebrauchtwagenhandel.

Und doch steht neben dem Schild, das verschiedenste Wagen und deren Preise anpreist, ein Banner, das Ramen anbietet. Katsumi Yoshida, der 53-jährige Inhaber, eröffnete 2002 seinen eigenen Gebrauchtwagenhandel. Doch sein Geschäft mit gebrauchten Autos reichte ihm nicht. Daher widmete er seine Freizeit der Erschaffung eines ganz besonderen, hochqualitativen Schnellimbiss-Gerichts. Er wollte aus der gewöhnlichen Nudelsuppe, wie sie in jedem beliebigen anderen Ramen-Shop zu kaufen ist, etwas besonderes machen. Denn die Suppe ist frei von künstlichen Geschmacksstoffen, sodass sie gesünder ist.

Seine so erschaffene Brühe erlangte bereits bei einem lokalen Ramen-Fest besonders hohe Anerkennung. Durch diese gewann der Autoverkäufer Selbstvertrauen in seine Kreation. Kurz darauf baute er in seinem Gebrauchtwarenladen einen Besprechungsraum in eine Essecke um – ganz im Ramen-Shop-Stil. Seitdem gibt es nun bei Hot Air nicht mehr nur noch Autos, sondern auch heißes, hausgemachtes Ramen.

Bild: Wikimedia Commons

Der Ramen Shop gewann nach und nach begeisterte Kundschaft

Da Gebrauchtwagenverkäufe und ein Ramen-Shop zunächst überhaupt nicht zusammenpassen, hatte Yoshida zunächst nur wenig Kundschaft, die auch zum Essen kam. Doch seine besondere Rezeptur und die ständige Verbesserung des Rezeptes verschafften ihm schnell einen guten Ruf. Alle seine Kunden empfahlen ihn ihren Bekannten und so wuchs die Zahl der Gäste, die für die Nudelsuppe zu Hot Air kamen, stetig und schnell an.

Die meisten Gäste lobten den fantastischen Geschmack. So ist es also doch nicht mehr so verwunderlich, dass Mitte Februar ein Mann im schicken Anzug den Ramen-Shop besuchte und sich kurz darauf als Angestellter von Michelin herausstellte. Er interviewte Yoshida für etwa eine Stunde, nachdem er sein Geschäft geschlossen hatte. Außerdem fotografierte er einige Teile des Restaurants. In der darauffolgenden Ausgabe des Michelin Guide, die im Oktober erschien, war auch Hot Air aufgeführt. Sie verliehen dem Shop den Titel „Bib Gourmand“, das außergewöhnlich gutes Essen zu moderaten Preisen serviert. Es war dabei außerdem das einzige Ramen-Restaurant aus Tottori, dem diese Ehre zu Teil wurde.

Und diese Auszeichnung kommt nicht einfach so. Yoshida hat sich diese mit seiner Arbeit und der dabei an den Tag gelegten Perfektion verdient. Denn seine Philosophie ist es, alle Zutaten in Harmonie zu halten und perfekt aufeinander abzustimmen. Zu diesem Zweck musste er manchmal Änderungen von nur 0,1 Gramm vornehmen. Doch so erreichte er die perfekte Ausgeglichenheit der Geschmäcker aller Zutaten. Dennoch ist es für den Besitzer selbst wie ein Wunder, dass gerade sein Ramen-Shop auserwählt wurde.

Ramen / San-Tenshi

Die Michelin Auszeichnung bringt mehr und mehr Kunden zu Hot Air

Nun wächst seine Gästezahl durch die Empfehlung im Gourmet Guide weiter an. So sehr, dass er jeden Tag schon lange vor Feierabend ausverkauft ist. Denn er bietet täglich 60 Schüsseln der Nudelsuppe in seinem kleinen Shop an. Die beiden meistgekauften Sorten sind dabei das Ramen mit Salz-Geschmack  und Sojasaucen-Geschmack für jeweils 800 Yen (ca. 6,20 Euro).

Trotz all diesem Erfolg ist Yoshida noch immer nicht zufrieden damit, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Er setzt weiterhin sein Hauptgeschäft, den Verkauf der Gebrauchtwagen, fort. Doch nebenbei möchte er ebenso weiter am Geschmack seiner Nudelsuppe arbeiten. Denn seine Ziele sind nun nur gestiegen. Er hofft darauf, bald vielleicht sogar einen Michelin-Stern verliehen zu bekommen. Doch sein größter Traum ist jedoch ein ganz anderer. Er träumt davon, dass einmal „der Musik Star Koji Kikkawa für mein Ramen hierher kommt, da ich ein sehr großer Fan von ihm bin“, wie er erzählte.

Quelle: Asahi Shimbun

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