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Die umgebauten Raucherräume auf dem Bahnhof werden gut genutzt

Monster am Bahnhof von Oita wird Besuchermagnet

Lange gab aus auf dem Bahnhof von Oita einen Raucherraum, der vor Kurzem eine neue Aufgabe erhielt. Jetzt dient er einem Monster als Zuhause, was viele Passagiere dermaßen fasziniert, dass sie extra dort aussteigen, um das Wesen zu sehen.

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Das zeitgenössische Kunstwerk entstand, um die Passagiere aufzuheitern, die wegen der Pandemie immer in düsterer Stimmung waren. Der Manager des Bahnhofs hatte die Idee, gleichzeitig suchte er nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit für die Raucherräume. Diese waren nach einem Rauchverbot nicht mehr genutzt worden. Deswegen sollten sie in eine Galerie umgewandelt werden.

Chimäre aus Oita

Das Wesen kann an den Bahnsteigen 3 und 4 bewundert werden. Zwei große orangefarbenen Augen starren die Besucher aus dem durchsichtigen Raucherraum an. Der Körper des Wesens ist eine Mischung aus einem Tiger und einem Pfau, der Kopf kombiniert Pfau und Elefant. Seine Mimik ändert sich je nach dem Blickwinkel des Betrachters. Eine entsprechende Beleuchtung in den Abendstunden unterstreicht die geheimnisvolle Atmosphäre noch.

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Das Wesen mit den Namen „Chimera-Bune“ wurden vom Duo The Cabin Company geschaffen. Dabei handelt es sich um einen Bilderbuchautor und einen Künstler aus der Präfektur Oita. Als Vorlage für das Kunstwerk wählten die beiden Künstler die Chimäre aus der griechischen Mythologie, eine Verschmelzung verschiedener Kreaturen aus der Sagenwelt.

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Der ehemalige Raucherraum wurde im Stil eines mittelalterlichen Schiffs aus dem Westen dekoriert. Das Werk vermittelt den Eindruck eines mittelalterlichen Oita, als seltene Tiere zusammen mit der westlichen Kultur ins Land kamen. Die Stadt war damals eines der Fenster zu fremden Menschen und Kulturen. Auch heute ist Oita weiterhin ein großer Bahnhof, den viele Menschen und Waren passieren.

Seit Dezember 2021 steht die „Chimera-Bune“ in dem ehemaligen Raucherraum. Im Januar 2022 erschien ein Foto des Monsters des Bahnhofs im Internet, das innerhalb kürzester Zeit mehr als 100.000-mal gelikt wurde. Viele Passagiere steigen seitdem in Oita aus, um die Chimäre selbst zu sehen und sich von ihrer außergewöhnlichen Ausstrahlung fesseln zu lassen.

Raucherräume brauchen neue Funktion

Im April 2020 wurde das Gesundheitsförderungsgesetz in Japan umgesetzt. Im Zuge dessen wurde alle öffentliche Orte Japans, zu denen auch Bahnhöfe gehören, komplett rauchfrei. Deswegen werden auch die Raucherräume nicht mehr benötigt. Der aktuelle Vorsteher des Bahnhofs studierte selbst Industriedesign und kam deswegen auf die Ideen, den leerstehenden Raum künstlerisch zu nutzen. In der entstandenen Galerie sollten vorrangig Künstler aus Oita ihre Werke präsentieren.

In Zusammenarbeit mit dem Oita Art Museum wurde zuerst der Raucherraum am Bahnsteig 5 und 6 für die Werke des Künstlers Naoto Kitamura freigegeben. Anschließend folgte die „Chimera-Bune“. Gemeinsam mit dem Kunstmuseum der Präfektur Oita entstand auf den Bahnsteigen 7 und 8 eine Installation, die Namensschilder ehemaliger Schnellzüge und deren Modelle zeigt.

Alter Raucherraum in Oita mit neuer Aufgabe Bild: Mainichi/Yuki Imano

Für die Zukunft sind weitere Ausstellung auf dem Bahnhofsgelände geplant. Die Kunstwerke sollen ausgetauscht und auch die Palette derselben erweitert werden. Die Präfektur möchte die aktuelle mediale Aufmerksamkeit nutzen, um die Menschen aufzurufen, die reiche Kultur der Region vor Ort zu erforschen.

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