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Neuer GU Style Shop verbindet Online- und Offline-Shopping

Am Freitag eröffnete ein Bekleidungsgeschäft von GU in Harajuku. Obwohl er auf den ersten Blick wie zahllose andere Geschäfte wirkt, ist er doch etwas anders. Denn viele Kunden lassen zwar ihr Geld dort, nehmen aber keine Ware mit nach Hause.

Der GU Style Store, der zur Fast Retailing Company gehört, einem der größten Modelabel Japans, lädt seine Kunden ein, neue Outfits anzuprobieren und direkt vor Ort online zu bestellen. Außerdem bietet der Shop zusätzliche Möglichkeiten, die bisher nur von wenigen Online-Shops bekannt waren. So können die Kunden Kleiderkombinationen an virtuellen Schaufensterpuppen anschauen oder sogar einen eigenen Avatar kreieren, der die Kleidung dann vorführt.

Auch Bekleidungsgeschäfte sehen sich starker Konkurrenz aus dem Online-Handel ausgesetzt, worauf sie reagieren müssen. Die Verbindung von Online-Shop und Einzelhandel ist eine Möglichkeit, die Kunden zurück in die Geschäfte zu locken, wobei Fast Retailing hier eine Vorreiterstellung einnimmt. Die große Handelskette verfügt aktuell über die am weitesten entwickelte Online-Strategie. Diese braucht das Unternehmen auch, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Trennlinie zwischen Online- und Offline-Geschäft wird immer dünner, da auch E-Shops teilweise schon eigene Stores eröffnen und immer mehr Einzelhändler auf Online-Angebote setzen. Auch wenn GU nicht der erste japanische Händler ist, der auf die Idee der Verbindung kam, zieht die Kette sie am umfangreichsten auf. Zara, betrieben von Inditex SA, eröffnete für eine begrenzte Zeit in Roppongi ebenfalls einen Shop, der ebenso Online- und Offline-Handel miteinander verband.

GU gehört zu den am meisten wachsenden Geschäftszweigen von Fast Retailing. Im letzten Geschäftsjahr erwirtschafteten die fast 400 Filialen rund 10 Prozent des Gesamtgewinns des Unternehmens. Bisher konzentrieren sich die Betreiber auf Japan, Taiwan und China. Auch Uniqlo gehört mit zu der Gruppe, wobei GU günstigere Mode anbietet als die große Schwesterfirma.

GU war die erste Marke von Fast Retailing, die mit experimenteller Technologie versuchte, die Kunden zu locken. 2017 veröffentlichte die Handelskette in Yokohama einen digitalen Laden, der Einkaufswagen mit Bildschirmen anbot. Während die Leute durch den Laden liefen, konnten sie dort Kleider miteinander kombinieren.

Während die ersten bereits auf weitere ähnlich gelagerte Shops hoffen, ist Osamu Yuniko, Vorstandsvorsitzender von GU, nicht so sicher. Er sagte, es sei noch nicht entschieden, ob das Konzept auch für andere Marken funktioniere oder ob es für weitere GU-Geschäfte übernommen wird.

Käufer im neuen GU Store scannen den QR-Code eines Kleidungsstückes und erhalten so einen Link, mit dem sie es kaufen können. Eine weitere App bietet die Möglichkeit, das Outfit an einer virtuellen Schaufensterpuppe zu probieren. Kameras, die überall im Geschäft angebracht sind, helfen, einen virtuellen Avatar zu erschaffen, der dann die Kleidung präsentiert.

Auf diese Weise sammelt Fast Retailing viele Informationen über ihre Kunden. Diese Daten helfen dann dabei, neue Modelle zu entwickeln und die Fertigungsmenge zu bestimmen. Durch die Verschmelzung von Kauferlebnis und Online-Handel entsteht ein Gesamterlebnis. Yunoki versteht Harajuku als ein Ort, wo nicht nur eingekauft wird, sondern neue Mode entsteht. Die Outfits der Kunden sollen Impulse für völlig neue Stylings liefern.

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