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Wer sich außerhalb von Halloween ordentlich gruseln möchte, ist hier genau richtig

Schädel-Museum in Hyogo sorgt für Gänsehaut

Ein makaberes Museum in Amagasaki (Präfektur Hyogo) hat sich voll und ganz der Ästhetik von Schädeln gewidmet. Auch echte menschliche Schädel gehören zu den Exponaten.

Ein schädelförmiges Gebäude in einer kleinen Seitenstraße von Amagasaki zeigt auf den ersten Blick, worum es im Inneren geht. Das Schädel-Museum in der Stadt ist bisher das einzige seiner Art auf der Welt.

Museum rund um Schädel und Knochen

An dem Tor wartet ein Skelett-Pförtner auf Besucher, die Einlass verlangen. Begrüßt werden sie von einem fröhlichen Banjo spielenden Skelett. Auch ein Skelett-Auto mit dem Nummernschild „1096“ will bestaunt werden. Dabei handelt es sich um ein Wortspiel mit dem japanischen Wort „Dokuro“, was übersetzt so viel wie Totenschädel bedeutet.

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Die Direktorin des Museums findet schon lange, dass Schädel ihre eigene Ästhetik haben. Allerdings gibt auch sie zu, dass sie ihr Museum in der Nacht nicht gern betritt. Die Sammlung umfasst circa 1.000 Objekte, die einen Bezug zu Totenschädeln aufweisen. Diese stammen aus einer 8.000 Exponate umfassenden Sammlung des ursprünglichen Gründers des Museums.

Schädel soweit das Auge reicht
Schädel soweit das Auge reicht Bild: Schädel-Museum Amagasaki

Dieser war ein Neurochirurg und Professor an der Kansai Universität für Medizin. 1988 war er in San Fransisco zu einer Konferenz eingeladen und stieß in einem heruntergekommenen Viertel auf einen äußerst dekorativen Schädel. Der Professor fühlte sich von dem Schädel sofort angezogen und kaufte ihn.

Kurz nachdem der Mann mit dem Schädel nach Hause zurückgekehrt war, hatten seine beiden Söhne einen Fahrradunfall. Der Mediziner hielt einen Fluch auf dem Schädel für den Grund und brachte ihn zu einem Priester, um ihn exorzieren zu lassen. Trotzdem war der Japaner von dem Schädel weiterhin so fasziniert, dass er begann, Schädel-bezogene Gegenstände aus aller Welt zu sammeln. Seine Sammelleidenschaft ging so weit, dass seine Frau irgendwann seine Kreditkarte limitieren lassen musste.

Seit 2011 ein Besucher-Magnet für Fans makaberer Exponate

Das Schädel-Museum wurde 2011 in Amagasaki eröffnet. Obwohl es erst einmal nur am Sonntag geöffnet hatte, kamen fast 5.000 Menschen, um sich die gruselige Sammlung anzusehen. Überraschenderweise sind es oftmals Familien, die kommen, um sich die Ausstellung anzusehen.

Schädel-Museum Amagasaki
„Dokuro“-Auto Bild: Schädel-Museum Amagasaki

Der Museums-Gründer starb im letzten Sommer, woraufhin seine älteste Tochter die Leitung übernahm. Mehr als zehn Ärzte und weitere ehrenamtliche Helfer arbeiten gemeinsam an der Leitung des Museums, das sich mittlerweile über drei Etagen erstreckt.

Auf jeder Etage sind Exponate zusammengetragen, die sich mit einem bestimmten Thema befassen. Im ersten Stock warten Schädel-Möbel, Mode-Accessoires und andere Kleingegenstände auf die Besucher. Der zweite Stock befasst sich mit dem Schädel-Kult und zeigt unter anderem Knochen-Werkzeuge, die für kultische Handlungen verwendet wurden. In der dritten Etage geht es um eine wissenschaftliche Betrachtung von Schädeln und um ihre evolutionäre Entwicklung. Hier ist auch der Schädel zu sehen, der einst den Anfang der Sammlung darstellte.

Im letzten Jahr, an Halloween, ehrte das Museum seinen Gründer mit einer großen Feier. Sein eigener Schädel gehört mittlerweile als 3D-Modell zum festen Teil der Ausstellung. Als nächstes Projekt möchte die Direktorin einen Foto-Band mit allen Schädeln der Ausstellung herausbringen. Ein Plan, den ihr Vater schon hatte, aber nicht mehr umsetzen konnte.

Generell ist das Schädel-Museum zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet, wegen der aktuellen Corona-Situation bleibt es aber natürlich bis auf Weiteres geschlossen. Der Eintritt kostet 500 Yen (circa 4,30 Euro). Schüler und Kinder zahlen nur 200 Yen (1,70 Euro). Erste Einblicke in die Ausstellung sind über die offizielle Webseite des Museums möglich.

AS

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