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HomeNachrichten aus JapanLifestyleTatami-Matten mit integrierten Lautsprechern bieten Update für Musik-Liebhaber

Die Musik mit dem gesamten Körper fühlen

Tatami-Matten mit integrierten Lautsprechern bieten Update für Musik-Liebhaber

Tatami-Matten sind ein bedeutender Aspekt der japanischen Einrichtungskultur. Die aus Stroh geflochtenen Matten waren früher traditionell mit Reisstroh gefüllt, heute weicht man eher auf modernen Schaumstoff aus. Bis heute sind Böden in sogenannten „Washitsu“ (japanischem Stil) ein Highlight in jeder Wohnung.

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Trotzdem sind Tatami-Matten in den meisten modernen japanischen Haushalten nicht mehr zu finden. Dies führte auch zu einem massiven Rückgang beim Handel mit Binsen, einer schilfartigen Pflanze, in Japan auch Tatami-Omote genannt. Durch die geringere Anfrage sank der Preis und es wurde für Bauern immer uninteressanter, sie anzupflanzen. Die Tatami-Industrie gerät zunehmend in Gefahr zu verschwinden. Seit der Blütezeit in der Heisei-Ära (um 1989) ist die Anzahl der entsprechenden Betriebe um 95 Prozent gesunken.

Tatami 2.0 mit verschiedenen Möglichkeiten

Die Organisation „Association for the Improvement of Awareness of and Demand for Yatsushiro Tatami Mats“ startete ein Projekt, um die traditionellen Matten aus der Stadt Yatsushiro (Präfektur Kumamoto) in die moderne Zeit zu bringen. Dort werden 99 Prozent der Binsen angebaut und auch 99 Prozent der Matten selbst hergestellt. Das Projekt Yatsushiro Tatamix konzentriert sich auf die Entwicklung völlig neuer Produkte, die die Matten wieder gefragter machen sollen.

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In Zusammenarbeit mit dem Japan Acoustic Lab, das auf die Analyse von Tönen spezialisiert ist, hat man pulsierende Tatami-Matten entwickelt, die mit sechs Lautsprechern ausgestattet sind. So vibrieren sie bei Musik und man kann die Musik am ganzen Körper fühlen. Die großflächigen Bereiche sollen die perfekten Orte darstellen, um gemeinsam ein Schläfchen zu machen, sich zu entspannen und eine gute Zeit zu verbringen.

Die offizielle Bezeichnung TTM V-20 verweist auf die niedrigste Frequenz, die Menschen hören können. Normalerweise nehmen wir Geräusche über das Trommelfell wahr. Wenn man mit dem Körper hört, muss man beachten, dass verschiedene Körperteile unterschiedlich auf Klänge reagieren, deswegen waren die Beiträge der Akustiker entscheidend, um ein einwandfreies Klangerlebnis zu kreieren.

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Erste Einsätze stehen bereits fest

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Die Hersteller bieten die TTM V-20 Matten bisher nur für größere Bereiche an, um damit ein Spa oder ein Badehaus auszustatten, sodass sich die Besucher zum weiteren Entspannen direkt darauflegen können, um Musik zu genießen. Auch ein Einsatz bei Musikfestivals und Konzerten ist in Planung, um durch Vibrationen in niederfrequenten Bereich die Wirkung der Musik zu unterstützen. Erste Klang-Künstler zeigten bereits Interesse an den vibrierenden Tatami-Matten.

Den ersten offiziellen Einsatz erhalten die TTM V-20 auf dem beliebten Mori Michi Ichiban Festival in Gamagori (Präfektur Aichi), das vom 27. bis 29. Mai stattfindet. Bei dem Sound-, Food und Craftbeer-Event sollen sie mit einem Fußbad kombiniert werden, um so die Meeresgeräusche zu verstärken. Bisher ist eine Veröffentlichung für den allgemeinen Handel nicht in Sicht. Für Veranstaltungen können die speziellen Tatami-Matten über die Webseite des Herstellers angefragt werden. Für den normalen Haushalt gibt es mittlerweile ebenfalls innovative Verwendungsmöglichkeiten, auch wenn diese ohne Vibrationen auskommen.

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