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Tausch-Rausch fast bis zum Eigenheim

Tausch-Projekt in Osaka macht aus einem Faden ein ganzes Haus

Im japanischen Märchen „Stroh-Millionär“ gelingt es einem armen Mann durch verschiedene Tausch-Geschäfte reich zu werden. Diesen Gedanken hat ein gemeinnütziges Projekt aus dem Osaka-Stadtteil Tsurumi aufgegriffen und ebenfalls begonnen so zu handeln. Eine Spule roten Faden tauschte man sich bis zu einem ganzen Haus, indem jemand jetzt maximal 10 Jahre kostenfrei wohnen kann.

Der Leiter des Projekts, das „Miracle“ („Wunder“) heißt, kaufte in einem 100-Yen Laden eine Spule roten Fadens. In Japan besagt eine Legende, dass die Menschen, die zusammengehören, durch unsichtbaren roten Faden miteinander verbunden sind. Das Projekt soll eine Möglichkeit zeigen, wie man anderen helfen kann und sich dadurch gleichzeitig wieder, wie mit einem roten Faden, miteinander verbindet.

Tausch bis zum eigenen Haus

Am 24. September wurde das Projekt auf der Webseite von Miracle online gestellt und die Tausch-Geschäfte konnten losgehen. Der Mann wandte sich an verschiedene Unternehmen, erhielt auf seine Tausch-Anfragen allerdings erst einmal nur Absagen. Ein Händler für Kaffeebohnen in der Präfektur Kagoshima hatte schließlich ein Einsehen.

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In dem Laden gibt es Kaffee verziert mit Amabie, dem japanischen Sagen-Wesen, das während der Corona-Pandemie im Land so bekannt wurde. Der Eigentümer erklärte sich bereit, den Faden gegen drei Pakete seines Kaffees einzutauschen, weil er von der Idee des Projekts so begeistert war. Dadurch steigerte sich der Wert der Faden-Spule um circa das 80-fache, denn der Kaffee ist natürlich wesentlich teurer.

Der Kaffee wurde dann gegen die Rechte zur Produktion eines Manga bei einem bekannten Buchhersteller in Tokyo weitergegeben. Anschließend folgte ein einstündiger Online-Baseball-Talk mit dem ehemaligen japanischen Profi-Spieler Shogo Kimura zusammen mit einem signierten Seibu-Lions-Shirt. Dieses wiederum wurde gegen 2.000 Sets, bestehend aus sechs Farbstiften, und anschließend gegen 100 Paar hochwertiger Kopfhörer mit Mikrofon und Spitzenklang-Technik weitergegeben.

Ein Telefonanruf führte dann in eine unerwartete Richtung. Eine Hausfrau aus Tsurumi meldete sich bei dem Projekt, die ein unbewohntes Haus besitzt. In diesem sollte eigentlich im nächsten Jahr eine kostenfreie Schule eröffnet werden, durch die aktuelle Corona-Lage wurde dieses Projekt aber abgesagt. Die Frau bot dem Projekt das Haus an, das allerdings weiterhin für einen gemeinnützigen Grund genutzt werden soll.

Japaner tauscht aus Faden ein ganzes Haus
Tausch – Objekte Bild: Daisaku Yoshimura

Güter werden größtenteils verschenkt

Da Miracle gleichzeitig ein kostenloses Gemeinde-Blatt herausbringt, war dieser weiterhin gegeben. Die Frau beteiligte sich an dem Projekt und bot das dreistöckige Gebäude, das 85 Quadratmeter Wohnfläche besitzt, zur kostenfreien Vermietung an. Das Projekt läuft noch bis zum 24. Oktober. Allerdings soll die Webseite mit ihren zahlreichen Geschichten noch bis mindestens 22. November weiterhin online bleiben und auch genutzt werden.

Viele Menschen, die sich an den Tausch-Geschäften beteiligten, haben diese Möglichkeit genutzt, die Gegenstände und Dienstleistungen, die sie eingetauscht haben, zu verschenken. So ging der Amabie-Kaffee an ein Krankenhaus, das Corona-Patienten betreut, die Farbstifte wurden unter verschiedenen Kindergärten aufgeteilt. Kimura, der das Recht einen Manga zu produzieren gegen das Gespräch mit ihm eintauschte, meldete sich per Twitter bei einer Bäckerei in einem entlegenen Ort auf Okinawa, die gerade schwer unter der Pandemie leidet, und machte somit kostenfrei Werbung für das Angebot.

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