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HomeNachrichten aus JapanLove Live!-Plakat mit scheinbar durchsichtigem Rock sorgt in Japan für Diskussionen

Mittlerweile diskutieren Künstler und Abgeordnete das umstrittene Bild

Love Live!-Plakat mit scheinbar durchsichtigem Rock sorgt in Japan für Diskussionen

Ende letzten Jahres löste ein Plakat mit einer sexy Anime-Figur, die fürs Bluten spenden warb, eine große Kontroverse aus, die sowohl in der Öffentlichkeit als auch Online ausgetragen wurde.

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Jetzt entfacht ein Bild eines Mädchens aus dem Love Live!-Universum die Gemüter. In dem Anime geht es um eine Gruppe Mädchen, die in der Küstenstadt-Numazu in der Präfektur Shizuoka leben. Das umstrittene Plakat entstand im Rahmen einer Werbe-Kampagne der JA Nansun, die lokale Bauern in den Regionen Numazu, Susono, Shimizu und Nagaizumi in der Präfektur Shizuoka unterstützt. Der Aufsteller zeigt die Schülerin Chika Takami, die als Botschafterin für eine Zitrusfrucht aus Nishiura vorgestellt wird.

Plakat geht online um die Welt

Der offizielle Twitter-Account der Love Live-Serie gab offizielle bekannt, dass Chika ihren neuen Posten als Botschafterin am 12. Februar im Zuge einer Zeremonie in Numazu angetreten hat. An dieser nahm auch Anju Inami, ihre offizielle Stimme aus dem Anime, teil.

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Der entsprechende Tweet wurde innerhalb kürzester Zeit mehr als eine Million Mal angeklickt und zog große Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings waren viele keine Love Live-Fans, sondern vielmehr erregte der Rock von Chika große Aufmerksamkeit. Viele Nutzer sind der Meinung der Rock der 16-jährigen Schülerin sehe durchsichtig aus und zeige, was das Mädchen drunter trage.

Viele Kommentare beschweren sich über eine Sexualisierung der Figur, die als unangemessenen empfunden wird. Aufrufe, das Produkte zu boykottieren, mischten sich ebenfalls schnell unter die Botschaften. Allerdings versuchen auch einige Nutzer die Wogen zu glätten, indem man belegen will, dass der Rock einfach nur entsprechende Falten wirft.

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Einige Twitter-Nutzer erklärten, dass Faltenröcke zwar normalerweise keine entsprechenden Falten werfen, sich Anime aber nicht unbedingt an die Realität halten müssten. Vielmehr solle durch die zusätzlichen Striche eine Art 3D-Gefühl erzeugt werden, was allerdings gründlich schiefging.

Diskussion führt bis in höchste Kreise

Die Diskussion schaukelte sich online schnell hoch, sodass die Sprecherin Anju Inami einen wahren Shit-Storm über sich ergehen lassen musste, da sie sich dafür hergebe eine sexualisierte Minderjährige zu bewerben.

Das Kaufhaus, in dem das Plakat steht, hatte ebenfalls mit massiven Anfeindungen zu kämpfen, da es den Aufsteller an einem öffentlichen Ort präsentierte, der von Familien oft frequentiert wird. Vier Tage nachdem das Plakat aufgestellt wurde, ließ der Betreiber es wieder abbauen und erklärte, dass sie weder mit dem Plakat noch mit der allgemeinen Ausrichtung der Kampagne etwas zu tun hatte.

Auf Nachfrage erklärte das Kaufhaus, man wolle sich der öffentlichen Meinung beugen, allerdings sei geplant, das Bild bis Ende März wieder zeigen zu wollen. Weitere frei verkäufliche Bilder, die Chika ebenfalls so zeigen, erwiesen sich für die Kampagne aber als äußerst förderlich, denn die entsprechenden Produkte, die sie als Botschafterin zeigen, waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Am 17. Februar erklärte das Kaufhaus LaLaport Numazu, man entschuldigte sich bei den Love Live!-Fans und habe sich entschieden, den Aufsteller erst einmal zu entfernen. Die Diskussion führt sogar so weit, dass sich Minoru Ogino, ein Abgeordneter aus Tokyo, der sich selbst aus Otaku bezeichnet, einmischte. Er nannte die aktuelle enttäuschend, weil die Diskussion zu weit führe. Er berief sich auf der Artikel 13 der japanischen Verfassung, in der es heißt, dass alle Menschen als Individuen zu respektieren seien. Deswegen müssten die Menschen, die sich „unangemessen“ berührt führten, ihre Beschwerde im Einzelnen vortragen und erörtern.

Nach dieser Entwicklung bleibt die Zukunft Chikas als Botschafterin ungewiss. Love Live!-Fans starteten aber bereits eine Online-Aktion, die die Fortführung der Kampagne fordert, dafür sind bisher mehr als 6.0000 Unterschriften gesammelt worden.

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