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Schulen halten am System fest

Mädchen werden bei Aufnahmeprüfungen an Tokyos Highschools benachteiligt

Dass weibliche Personen allgemein in Japan oft stark benachteiligt werden, ist ein allgemein bekanntes Problem. Nun stellte sich heraus, dass bei der Mehrheit der Highschools in Tokyo Mädchen ein weitaus höheres Ergebnis bei den Aufnahmeprüfungen erreichen müssen als Jungen.

Die Mainichi Shimbun hat 184 Highschools in Tokyo, die Korrekturen bei den Punktzahlen zum Bestehen der Aufnahmeprüfungen von 2015 bis 2020 durchführen sollten, genauer untersucht. Die Dokumente des Bildungsausschusses belegen, dass etwa 90 Prozent von ihnen vor den Korrekturen unterschiedliche Standards für Jungen und Mädchen hatten.

Mädchen werden weiterhin benachteiligt

Bei 27 Fällen mussten Mädchen mindestens 100 Punkte oder mehr erreichen, während es nur bei zehn Schulen eine Abweichung von neun oder weniger Punkten gab. Der größte Unterschied lag bei 426 Punkten. Lediglich zehn Prozent der Schulen hatten gleiche Mindestwerte oder höhere Anforderungen für Jungen.

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Der Bildungsausschuss selbst hat jährlich um die 30 bis 40 Schulen aufgefordert das Vorgehen zu ändern. Die Korrekturen der Schulen zeigten dabei einige Veränderungen. 80 Prozent der Highschools stellten weiterhin höhere Anforderungen an Mädchen.

Allerdings forderten nur noch fünf Schulen 100 Punkte oder mehr von den Mädchen. Bei 14 Schulen wurden 50 bis 99 Punkte gefordert und bei fünf 40 bis 49 Punkte. 46 Schulen wiesen nur noch einen Unterschied von neun Punkte oder weniger auf. Der größte Unterschied lag jedoch weiterhin bei 243 Punkten und in einem anderen Fall fiele 20 Mädchen durch, obwohl sie mehr Punkte erreichten, als der beste männliche Bewerber.

Allgemein bestehen die Aufnahmeprüfungen aus zwei Teilen. Der Erste ist ein Bericht von der Junior Highschool, der maximal 300 Punkte vergeben kann. Im zweiten Teil wird ein Test über Japanische, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften und Sozialkunde geschrieben, bei dem es maximal 700 Punkte gibt.

Highschools unter Tokyos Metropolregierung sind dabei die einzigen Präfekturschulen im ganzen Land, die Geschlechter getrennte Einschreibungsobergrenzen haben. Die Zahlen basieren dabei auf dem Verhältnis von Jungen und Mädchen an den Junior Highschools in Tokyo.

System wird nicht wirklich als problematisch angesehen

Es wird seit 1998 von der Bildungsbehörde Korrekturen durchgeführt, wenn es besonders hohe Unterschiede bei dem Bestechungsprozess gibt. Das führt jedoch dazu, dass 90 Prozent der Schulen ihre Bewertungen vom Geschlecht abhängig machen. Jährlich wird das System etwa von 30 bis 40 Highschools in Tokyo genutzt.

Tokyo sieht allerdings kein Problem in dem System. Nach Angaben des Bildungsausschusses sind die unterschiedlichen Bewertungen allgemein bekannt und Schüler verstehen vermutlich deswegen die Unterschiede.

Anders war es bei der Manipulierung der Aufnahmeprüfungen an Universitäten vor einigen Jahren. Sie geben dabei allerdings zu, dass das Korrekturprogramm nicht perfekt ist und sie wollen über Verbesserungen nachdenken, die den heutigen gesellschaftlichen Standards entsprechen.

Das Bildungsministerium sieht das System hingegen kritischer. Es sei allgemein nicht ideal Menschen aufgrund von unlogischen Gründen nur aufgrund ihres Geschlechts unterschiedlich zu behandeln. In Bezug auf Tokyo blieben sie neutral und sie glauben, dass die Trennung von der Regierung als sinnvoll betrachtet wird.

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