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HomeNachrichten aus JapanMagnetschwebebahn-Pläne von JR Central erleiden weiteren Rückschlag

Keine Einigung in wichtigen Streitpunkten

Magnetschwebebahn-Pläne von JR Central erleiden weiteren Rückschlag

Japans Magnetschwebebahn steht unter keinem guten Stern. Dabei sollte das Projekt „Chuo Shinkansen“ zum Meilenstein des japanischen Personenverkehrs werden. In vierzig Minuten von Tokyo nach Nagoya, das war das Versprechen von Japan Rail (JR) Central. Doch die Probleme im Rahmen dieses Mammut-Projektes häufen sich.

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Die Bauarbeiten an der rund 300 Kilometer langen Strecke, die zu 90 Prozent in Tunneln verlaufen soll, kommen nur schleppend voran. Indes steigen die Kosten immer weiter in die Höhe. Rund 10,5 Billionen Yen (ca. 75 Milliarden Euro) sind bereits in den Chuo Shinkansen geflossen. Der ursprüngliche Starttermin der Strecke im Jahr 2027 gilt schon lange als nicht mehr haltbar.

Magnetschwebebahn sollte Vorzeigeprojekt des Zugverkehrs werden

Besonders kompliziert gestaltet sich die Situation in der Präfektur Shizuoka. Hier könnte das Bahn-Projekt noch am Widerstand der Präfektur-Regierung scheitern. Auf der Suche nach Lösungen kam es am 13. September darum nach zwei Jahren erstmals wieder zu einem Treffen zwischen JR Central und Regierung.

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Das Gespräch fand in höchsten Kreisen im Regierungsgebäude der Präfektur statt. Dort trafen sich Shin Kaneko, Präsident von JR Central, und Heita Kawakatsu, der Gouverneur von Shizuoka. Gerade mal 8,9 Kilometer der Gesamtstrecke des Chuo Shinkansen sollen durch Shizuoka verlaufen, doch bisher verweigert die Präfektur JR Central die Erlaubnis zum Start der Baumaßnahmen.

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In Shizuoka könnte sich daher das Schicksal des gesamten Projekts entscheiden. Ohne den wichtigen Bauabschnitt muss die gesamte Strecke neu geplant werden. Auch das Treffen in der vergangenen Woche brachte dabei keinen Durchbruch, denn beide Parteien gingen ohne Einigung auseinander.

Shizuokas Regierung hat vor allem Bedenken, welche Auswirkungen die Bauarbeiten auf die Umwelt der Region haben werden. Vor allem sorgt man sich um die Wasserversorgung. So besteht die Befürchtung, dass der Tunnelbau zum Abfluss von Grundwasser aus der Präfektur führen könnte. Das wiederum würde den Wasserstand des für die Präfektur wichtigen Flusses Oi beeinträchtigen.

Inbetriebnahme eines Teilabschnitts als Alternative?

Die Präfektur fordert darum von JR Central, dass alles Wasser, das auf diesem Weg verloren geht, wieder in den Fluss zurückgeführt wird. Außerdem solle JR Central sicherstellen, dass die Bauarbeiten das Ökosystem in den Bergregionen Shizuokas nicht beeinträchtigt werden.

In den Gesprächen bat JR-Central-Präsident Kaneko den Gouverneur um Unterstützung für das Projekt und Verständnis für die notwendigen Maßnahmen, bekam aber keine konkreten Antworten. Gouverneur Kawakatsu wiederum berief sich darauf, man unternehme „notwendige Schritte“, bevor die Bauarbeiten beginnen könnten.

Das aktuelle Treffen wurde einberufen, nachdem der Gouverneur Zweifel an der Machbarkeit des 2027-Plans geäußert hatte. Obwohl die Haltung der Präfektur aktuell einer Blockade des Chuo Shinkansen gleichkommt, ist Kawakatsu mitnichten ein Gegner des Projekts. Im August sprach er sich gemeinsam mit den Vertretern anderer Anlieger-Präfekturen für eine Inbetriebnahme der Linie im Jahr 2027 aus.

Dazu schlug er vor, dass der Teil der Strecke, der die Präfekturen Kanagawa und Yamanashi verbindet, vor dem Rest der Route eröffnet werden könnte. Bei JR Central verstand man den Gouverneur so, dass er eine Fertigstellung der Gesamtstrecke in der geplanten Zeit nicht für realistisch hält.

Hintergrund des Vorschlags ist die Yamanashi-Teststrecke. Sie diente dem Testbetrieb der Magnetschwebebahn-Technik, die nun für den Chuo Shinkansen eingesetzt werden soll. Die dann nicht mehr benötigte Teststrecke wird dabei in den Streckenverlauf der Shinkansen-Linie integriert.

Der Streckenabschnitt ist somit bereits fertig, gebaut werden müssen nur noch die Bahnhöfe Yamanashi und Kanagawa sowie die vergleichsweise kurzen Anschlussstrecken für beide Stationen. Im Vergleich zum Gesamtprojekt wäre dieses Ziel bis 2027 wohl tatsächlich zu erreichen.

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