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HomeNachrichten aus JapanMangel an Toilettenpapier in Japan hat nichts mit dem Coronavirus zu tun

Verband ruft zur Ruhe auf und versucht falsche Informationen richtigzustellen

Mangel an Toilettenpapier in Japan hat nichts mit dem Coronavirus zu tun

In vielen japanischen Supermärkten ist Toilettenpapier aktuell Mangelware. Ursache für die Panik war vermutlich die Falschmeldung, dass das Klopapier aufgrund von Materialmangel bald knapp wird. Produzenten dementierten das bereits und versprachen der Bevölkerung, dass es weiterhin noch genug gibt. Trotzdem ist die Nachfrage so enorm, dass Geschäfte das Papier limitieren. Eine Veränderung der Situation scheint dabei noch nicht in Sicht zu sein.

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Der Leiter der Japan Tissue Association (JTA), Hirofumi Hayashi, bestätigte Ende Februar, dass Fehlinformationen über soziale Medien verbreitet wurden. Es wurde behauptete, dass der Rohstoff für Toilettenpapier und Atemmasken der gleiche sei. Da Masken aktuell in Japan Mangelware sind und die Produktion kaum hinterherkommt, erschien dass vielen logisch. Weiter hieß es, dass fast das komplette Klopapier in Japan aus China stammt. Da die Situation in China ebenfalls angespannt ist, glaubten viele, dass bald die Lieferungen ausbleiben.

Japans Klopapier kommt fast komplett aus Japan

Der Verband machte deutlich, dass diese Informationen falsch sind und es wurde bereits eine Quelle der Meldungen ausgemacht. Toilettenpapier wird aus einer Mischung von 40 Prozent Zellstoff und 60 Prozent Altpapier hergestellt. Atemmasken bestehen hingegen aus Vliesstoffen. Der Zellstoff für das Papier kommt dazu überwiegend aus Süd- und Nordamerika. Lieferengpässen gibt es bei beiden zurzeit nicht.

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Das Toilettenpapier kommt hingegen aus einheimischen Quellen und es gibt ebenfalls keine Probleme bei der Lieferung. Toilettenpapier aus China macht tatsächlich in Japan nur 1,3 Prozent aus. Allgemein macht importiertes Papier gerade Mal 2,3 Prozent der nationalen Lagerbestände aus. Das bedeutet, dass die restlichen 97 Prozent alle in Japan produziert werden. Wenn also der Import aus China gestoppt wird, gibt es kaum Auswirkungen auf den Markt in Japan.

Der Verband bittet deswegen die Verbraucher Ruhe zu bewahren, da es keinen Grund zur Sorge gibt. Hayashi betont, dass die Versorgung von Taschentüchern und Toilettenpapier wegen des Coronavirus nicht beeinträchtigt ist. Auch auf der offiziellen Homepage des Verbandes wird darauf hingewiesen, dass sie weiterhin Waren liefern können und sie genügend Lagerbestände haben. Das Aufkaufen von Lagerbeständen sei für Hayashi jedenfalls ein großer Fehler.

Verbraucher verursachen die Probleme beim Nachliefern

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Einer der großen Hersteller in Japan bestätigte zusätzlich, dass die Fabrik wie gewohnt 24 Stunden lang läuft und es keine Einschränkungen gibt. Trotz der normalen Produktion sind die Regale in Japan weiterhin leer und Taschentücher sowie Toilettenpapier scheinen zu Luxusgütern zu werden. Geschäfte erhalten durchschnittlich dreimal die Woche eine Lieferung, die meisten Regale sind jedoch kurz nach dem Einräumen schon wieder ausverkauft.

Im Aufkaufen der Lagerbestände liegt das eigentliche Problem der Knappheit. Obwohl es genug Ware gibt, kommen die Unternehmen einfach nicht mehr mit dem Liefern hinterher. Weiter führt es dazu, dass sich Einzelhändler gegenseitig ausspielen, um an die noch vorhandene Ware zu kommen. Besonders kleinere Läden bekommen das Lieferchaos zu spüren, dass die Kunden selber verursachen.

Die leeren Regale verursachen hingegen wiederum Panik bei den Kunden, die nun denken, dass es wirklich eine Knappheit gibt. Das sorgt wiederum dafür, dass die Nachfrage weiterhin hoch bleibt. Ruhe bewahren ist deswegen wohl die beste Reaktion zurzeit, damit sich die Situation entspannen kann und es wieder volle Regale mit Toilettenpapier gibt. Genug ist nämlich in Japan vorhanden und das Coronavirus gefährdet den Bestand auch nicht.

MS

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