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Mangelnde Freiwillige gefährden Aufnahmeprüfungen für Blinde

In Japan muss jeder angehende Student vor der Aufnahme an einer Universität eine Aufnahmeprüfung bestehen. Für Personen mit bestimmten körperlichen Einschränkungen passen die Universitäten die Prüfungen an. Doch vor allem für Blinde wird es aktuell in Japan immer schwieriger, Einrichtungen zu finden, die Prüfungen in Blindenschrift anbieten. Grund dafür ist der Mangel an Freiwilligen.

Seit Jahren setzten Universitäten auf Experten, die Aufnahmeprüfungen in Brailleschrift transkribieren. Die Helfer müssen dabei allerdings nicht nur die Blindenschrift beherrschen, sondern sich ebenfalls in den Fachbereichen auskennen, damit es zu keinen Fehlern kommt. Das ist allerdings zurzeit ein großes Problem. Die bisherigen Freiwilligen werden langsam zu alt und es gibt kaum geeignete Nachfolger.

Allgemein gibt es für erblindete Bewerber den standardisierten Test mit dem Namen National Center Test for University Admissions in Blindenschrift. Zusätzlich versuchen allerdings viele Universitäten ihre eigenen Prüfungen transkribieren zu lassen. Dafür fragen sie über die National Association of Upper Secondary School Principals Freiwillige an. Die Universitäten übernehmen dabei die Kosten für die Anreise und weitere Dinge.

Wenig Schüler, viel Aufwand

Jährlich nehmen um die 20 erblindeten Schüler an den Aufnahmeprüfungen teil. Obwohl die Zahl relativ gering klingt, ist sie für die Übersetzer kaum zu stemmen. Es gibt in Japan nämlich nur um die ein Dutzend geeignete Freiwillige. Das Übersetzen von mehreren Tests ist aus dem Grund so gut wie unmöglich, weswegen Bewerber sich nur dreimal für die Aufnahmeprüfung an der Tokyo Special Needs Education School for the Visually Impaired, University Tsukuba, einschreiben dürfen.

Eine von den Freiwilligen ist die 67-jährige Shizuyo Suzuki aus Kawasaki, Kanagawa. Mit über 25 Jahren Erfahrung fährt sie 10 Mal im Jahr zu verschiedenen Universitäten im ganzen Land, um die Examen zu übersetzen. Eine Arbeit, die vor allem Schnelligkeit und Gründlichkeit erfordert. Oft bleibt dem Team an Übersetzern nur wenige Stunden Zeit, bevor die Bewerber die Prüfungen erhalten. Die Transkription ist dabei oft von Problemen geplagt. So gibt es häufig Fragen mit Diagrammen, die Bewerber erklären sollen und Kanji, die es im Braille nicht gibt. Die Übersetzer müssen dies in den Fällen mit den Zuständigen absprechen und die Fragen abändern.

Gleichberechtigung ohne Grundlage

Das Alter der Freiwilligen ist ein weiteres großes Problem. Die meisten sind in den 70ern, wobei einige bereits über 80 Jahre alt sind. Suzuki gehört damit noch zu den Jüngsten in der Organisation. Toshiaki Aomatsu vom Geschäftsbereich der Association ist deswegen äußerst besorgt. Die Zukunft der Aufnahmeprüfungen für Blinde ist deutlich gefährdet.

Die Ausbildung von neuen Freiwilligen dauert Jahre und bis dahin können die Prüfungen aussterben und die Zukunft von blinden Menschen deutlich eingeschränkt werden. Das Bildungsministerium schreibt allerdings vor, dass Universitäten sehbehinderten Menschen eine faire Chance geben müssen. Maßnahmen zur Festigung des Systems von Blindenschrift für Aufnahmeprüfungen gibt es allerdings nicht. Zu der aktuellen Situation äußerte sich das Ministerium ebenfalls nicht. Es ist demnach ungewiss, ob blinde Schüler eine Chance auf einen Studienplatz haben.

Quelle: Mainichi Shimbun

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