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Maßnahmen gegen zu viele Haustiere in Privathaushalten im alternden Japan immer wichtiger

Die Menschen in Japan werden immer älter, was einige Probleme mit sich bringt. Die Präfekturverwaltungen kämpfen nun gegen das Halten von vielen Haustieren bei Menschen, die immer älter werden oder an chronischen Krankheiten leiden.

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Laut Mitarbeitern von Stadtverwaltungen verwahrlosen viele Tiere, da sich ihre Besitzer nicht mehr ausreichend um sie kümmern können. Daher forderte Japans Regierung die Präfekturbehörden nun dazu auf, konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Tiermissbrauch auszuarbeiten und Rat von Tierärzten einzuholen.

Aus fünf werden schnell über ein Dutzend Tiere

Immer wieder werden Fälle bekannt, bei denen es die Menschen zwar gut meinen, aber überfordert sind. So nahm eine 73-jährige Hausfrau in Sendai fünf Kätzchen auf. Da sie und ihr Mann allerdings nur von einer kleinen Rente lebten, konnten sie die Katzen nicht kastrieren lassen. Nach kurzer Zeit wurden so aus den fünf Katzen über ein Dutzend.

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„Wir waren verantwortlich, also musste ich die Tiere behalten, auch wenn unsere Lebenssituation schwierig war“, so die Frau.

Da ihr Mann an Demenz litt, verwahrloste die Wohnung immer mehr, da die Frau immer wieder ins Krankenhaus musste. Als Nachbarn anfingen über den üblen Geruch in der Wohnung zu klagen, griff die Stadtverwaltung ein und wollte die Tiere kastrieren oder töten. Mittlerweile kümmern sich Freiwillige um die Tiere.

Haustiere gehören zum Besitz

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Normalerweise sind ältere Menschen aufgrund von sozialer Isolation infolge von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod von Familienmitgliedern in hohem Maße von Tieren abhängig. Da Tiere zum Eigentum zählen, ist es schwierig einzugreifen, so ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Sendai.

Da viele Besitzer sich weigern, ihre Haustiere in der Stadt aufzugeben, erklären in der Stadt Nagano Sozialbeauftragte wie Menschen ihr Leben umstrukturieren können, um Tierherden zu vermeiden.

Japans Regierung hat nun begonnen, Maßnahmen auszuarbeiten. Das Umweltministerium wird im laufenden Geschäftsjahr in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales eine Erhebung bei den Präfekturen und den wichtigsten Kommunalverwaltungen durchführen, um Richtlinien für die Meidung von Tierherden im Haushaltsjahr 2021 auszuarbeiten.

Quelle: Kyodo, MS, AN

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