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Gefahr liegt in verschwindenden Wäldern

Matsutake Pilze landen auf der Roten Liste

In Japan gibt es zahlreiche Leckereien und Delikatessen, die stark gefragt sind. Zu ihnen gehören die Matsutake Pilze, die nur schwer zu finden sind und für ihren besonderen Geschmack geschätzt werden. Aktuell steht es um die Pilze jedoch schlecht, sie sind nämlich stark gefährdet. Dass bestätigt nun auch die International Union for Conservation of Nature (IUCN) und setzt sie auf die Rote Liste.

Am Freitag bestätigte die IUCN, dass sie den Pilz als bedrohte Art auf die Liste aufnehmen. Sie landen mit der Einteilung als „gefährdet“ auf der drittschwersten Stufe der bedrohten Arten. Der Pilz wächst allgemein in Nordmitteleuropa, Russland und Asien. Für Japan dürfte das einige Änderungen mit sich bringen.

Japan hat kaum eigenen Anbau

In der traditionellen Küche wird er für Suimono-Suppe oder in Reis verwendet. Der jährliche Verbrauch in Japan liegt bei etwa 1.000 Tonnen. Im Vergleich zu Shiitake- und Shimeji-Pilzen ist das vergleichsweise ein geringer Wert. Beide Sorten kommen auf jeweils 70.000 Tonnen und 120.000 Tonnen.

Es verwundert jedoch nicht, dass die Mehrheit der Matsutake aus China und Kanada importiert werden. Japan selbst kommt nur auf einen niedrigen Ertrag von weniger als 100 Tonnen pro Jahr. Letztes Jahr lag die Ernte gerade Mal bei nur 14 Tonnen, was der niedrigste Wert seit 1960 ist.

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Trotz der angespannten Lage für die Art, wird es nicht sofort zu Beschränkungen kommen. Es wird jedoch erwartetet, dass es diesen Herbst weniger Möglichkeiten geben wird den Pilz zu bekommen, da man sich vermutlich mehr um den Schutz bemühen will.

Kentaro Hosaka, leitender Kurator in der Abteilung für Botanik des Nationalen Museums für Natur und Wissenschaft in Tokyo, glaubt dazu die Ursache für den Rückgang der Art gefunden zu haben. Es liege weniger daran, dass die Menschen zu viel Essen, sondern, dass die gesunden Kiefernwälder immer mehr verschwinden.

Kranke Bäume und zu dreckiger Boden

Er ist sich deswegen sicher, dass die Pilzart sich nicht erholen wird, wenn einfach weniger gegessen wird. Hosaka ruft stattdessen dazu auf, einen weiteren Rückgang der Wälder zu verhindern. Weiter weist er darauf hin, dass es noch mehr empfindliche Pilze durch die Umwelteinflüsse gibt. Er warnt deswegen davor, dass viel stärkere Arten vergessen werden, da nur die Matsutake genauer überwacht werden.

Pilzspezialist Tsutomu Hattori von dem Department of Mushroom Science and Forest Microbiology of the Forestry and Forest Products Research Institutes sieht es ähnlich kritisch. Japaner neigen dazu nicht mehr Äste und Blätter zu sammeln, was den Boden reichhaltiger macht. Dadurch wird jedoch der ideale Boden für Matsutake vertrieben, die deutlich weniger Nährstoffe benötigen. Stattdessen wachsen andere Pilzsorten deutlich besser.

Es droht Profitgier

Ein weiteres Problem sind kranke Wälder. Es gibt mehrere Fälle, wo Kiefern in Nordamerika aufgrund einer parasitären Nematoden starben. Europa verzeichnet hingegen einen Rückgang der Bäume durch Entwaldungen. Durch die vielen Probleme wurde die Produktion in Japan mittlerweile von der Tanba-Region in Kansai weiter in den Norden verlagert.

Nun gilt die Iwate-Präfektur als leitender Produzent. Aber auch in der Gegend wird es von Jahr zu Jahr schwerer, den Matsutake zu finden. Das führt wiederum zu hohen Preisen, was ein weiteres Problem verursacht. Es besteht die Gefahr, dass Menschen aus Profitgier nun besonders große Mengen sammeln, um sie dann teuer weiterzuverkaufen. Es wäre stattdessen wünschenswert, wenn Menschen allgemein ihre Sicht auf Lebensmittel reflektieren und sich um den Erhalt von Arten bemühen.

TAS

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