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Gewerkschaft startet Twitter-Protest

Medizinisches Personal protestiert gegen Anfrage von Tokyos Olympischen Organisationskomitees

Die Vorbereitungen der Olympischen Spiele in Tokyo versinken aufgrund der Pandemie immer mehr in Chaos. Trotzdem wird weiterhin versprochen, dass die Spiele stattfinden werden. Dafür sollen unter anderem zahlreiche Krankenschwestern eingesetzt werden, wogegen medizinisches Personal protestiert.

Das Organisationskomitee für die Paralympischen und Olympischen Spiele in Tokyo fragte kürzlich bei der Japanese Nursing Association an. Sie baten um 500 Krankenschwestern, die für die Spiele zu Verfügung stehen sollen, um unter anderem Coronatests zu machen.

Medizinisches Personal ist wütend auf das Organisationskomitee

Das sorgte unter dem medizinischen Personal in Japan für große Empörung. Am 28. April trendete als Protest ein Hashtag auf Twitter, der sich mit „Wir können keine Krankenschwestern für Olympia schicken“ übersetzten lässt.

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Auslöser für den Twitter-Protest war die Aichi Prefecture Federation of Medical Worker’s Unions. Sie hatten angekündigt, um 14 Uhr Tweets mit dem Hashtag zu veröffentlichen, um gegen die Anfrage zu demonstrieren. In den Tweets erklärte medizinisches Personal, dass es jetzt an der Zeit sei, sich auf Maßnahmen gegen Covid-19 zu konzentrieren, nicht auf die Spiele.

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In weiteren Tweets heißt es, dass die medizinische Front an ihrem Limit ist und sie kein Personal für Olympia haben und sie keine Wegwerfbauern sind. Tatsächlich ist die Lage in Japan wieder ernst. Besonders Osaka meldet kaum noch freie Betten und die Krankenhäuser in der Präfektur stehen kurz vor einem Kollaps.

Olympischen Spiele benötigen Tausende medizinische Mitarbeiter

Es wundert deswegen nicht, dass der Protest aus Aichi schnell Anklang fand und Tausende weitere Tweets von Menschen aus ganz Japan verfasst wurden. Auch die Union of Osaka Prefectural Government Employees und der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Japans, Kazuo Shii, reagierten auf die Aktion.

Bis 18:30 Uhr an dem Tag hatten sich bereits 44.125 Tweets unter den Hashtag angesammelt und er lag landesweit auf Platz vier in der Trendliste. Reagiert hat das Organisationskomitee auf die Proteste bisher jedoch nicht.

Zuletzt wurde geschätzt, dass es rund 10.000 medizinische Mitarbeiter benötigt, um die Krankenstationen im Olympischen Dorf und an den Wettkampfstätten zu besetzen. Es war dabei geplant, dass die Fachkräfte wie die anderen Helfer auch als Freiwillige arbeiten.

Es wurde sich aufgrund der derzeitigen Lage jedoch umentschieden und nun soll medizinisches Personal offiziell mit einer Bezahlung angestellt werden. So soll das öffentliche Verständnis gewonnen werden. Zurzeit sind die Olympischen Spiele nämlich extrem unbeliebt und kaum jemand will noch, dass sie stattfinden.

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