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Bericht verschweigt Missstände

Mehr als die Hälfte der ausländischen Praktikanten verschulden sich, um nach Japan zu kommen

Mehr als die Hälfte der ausländischen Praktikanten kommen mit Schulden nach Japan, so eine Studie der japanischen Einwanderungsbehörde. Grund dafür ist, dass sie im Durchschnitt etwa 520.000 Yen (ca. 3.747 Euro) an Vermittlern in ihren Heimatländern zahlen müssen, um an dem japanischen Praktikumsprogramm teilnehmen zu können.

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Der Studie zufolge ist dies einer der Gründe, dass so viele Praktikanten in Japan ihren Arbeitsplatz aufgeben und untertauchen.

Bericht verschweigt Missstände im japanischen Praktikantensystem

Immer wieder gibt es Berichte, dass ausländische Praktikanten aus Entwicklungsländern nach ihrer Ankunft in Japan verschwinden. Im Jahr 2021 sind insgesamt 7.167 Ausländer spurlos verschwunden.

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Der Bericht verschweigt allerdings, dass viele davon auf der Suche nach einem anständig bezahlten Job sind, um die Schulden zu begleichen. Das Praktikantensystem wird von vielen Arbeitgebern in Japan ausgenutzt, so häufen sich die Fälle, dass Ausländer in dem Programm gar kein Geld bekommen und dass das Arbeitsrecht oft ignoriert wird.

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Dazu kommt, dass die Menschen oft keine Hilfe bekommen, weswegen das japanische Arbeitsministerium in Zusammenarbeit mit einigen Organisationen eine App veröffentlicht hat, mit der ihnen geholfen werden soll.

Die Studie enthält zudem eine Befragung, die zusammen mit der technischen Praktikantenausbildung durchgeführt wurde. 85 Prozent der Befragten gaben an, den Vermittlungsagenturen, die Bewerbungen und Praktika vermitteln, in unterschiedlichem Umfang Geld zur Deckung ihrer Kosten zahlen mussten.

Während der Gesamtdurchschnitt der an diese Einrichtungen gezahlten Beträge bei etwa 520.000 Yen lag, zahlten vietnamesische Praktikanten im Durchschnitt 660.000 Yen (ca. 4.755 Euro). Allein die Maklergebühren belaufen sich oft auf 320.000 Yen (ca. 2.305 Euro).

In Vietnam liegt die gesetzliche Obergrenze für Maklergebühren bei etwa 400.000 Yen (ca. 2.881 Euro). Etwa 30 Prozent der Befragten gaben jedoch an, dass sie mehr als die Obergrenze zahlen mussten.

Durchschnittlich 3.962 Euro für einen Vermittler

Die Studie ergab, dass 55 Prozent der Praktikanten vor ihrer Ankunft in Japan Geld geliehen hatten, im Durchschnitt etwa 550.000 Yen (ca. 3.962 Euro), vor allem um die Vermittler zu bezahlen.

Laut der Studie, liegt die durchschnittliche monatliche Vergütung, die man ihnen vor ihrer Ankunft in Japan in Aussicht gestellt hatte, etwa bei 150.000 Yen (ca. 1.080 Euro).

Allerdings gaben 79 Prozent der Befragten an, dass sie nur ungefähr so viel bekommen, 21 Prozent gaben an, dass sie weniger Geld bekommen.

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