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Yazawa, die Heimatstadt von Yoshihide Suga, ist stark davon betroffen

Mehr Geisterstädte in Japan durch alternde Bevölkerung

Japan ist die am schnellsten alternde Nation der Welt, Akita die am schnellsten alternde Präfektur und Yuzawa eine der am schnellsten alternden Städte in Akita. Über die Hälfte der Geschäfte einer Einkaufspassage haben geschlossen und die Bürgersteige sind leer, abgesehen von einigen älteren Passanten.

Yuzawa ist nur eine von vielen japanischen Gemeinden, in denen immer mehr Geschäfte schließen und die Straßen leerer werden. Die Stadt in der Yoshihide Suga, Japans nächster Premierminister, aufgewachsen ist, zeigt die Herausforderungen des demografischen Wandels.

Unbefriedigende Lage in Yuzawa

Yuzawa und viele weitere Gemeinden zeigen neue Herausforderungen einer alternden Bevölkerung, denen sich die Regierung stellen muss: Die Hälfte der Einwohner ist über 60 Jahre alt, die Steuereinnahmen gehen drastisch zurück und es ist eine finanzielle Unterstützung der Regierung erforderlich. Im Jahr 1955 hatte die Stadt noch 80.000 Einwohner, mittlerweile ist die Zahl um die Hälfte geschrumpft.

„Wenn wir keine finanzielle Unterstützung von der Zentralregierung hätten, könnten wir nicht über die Runden kommen“, sagte ein Bewohner aus Yuzawa. Von dem Jahresbudget der Stadt von 27 Milliarden Yen (222 Millionen Euro) kommt nur etwa ein Fünftel aus Steuern der Stadt, sagte er.

Wie ernst die aktuelle Lage ist, zeigt auch die Aufschrift auf einem Schild am Zigarettenautomaten: „Tabaksteuern sind wichtig für unsere Gemeinde. Lasst uns Zigaretten kaufen!“. Mit 16,4 Todesfällen pro 1.000 Einwohner im Jahr 2019 hat Akita die höchste Todesrate Japans. Im Vergleich dazu: Landesweit liegt die Todesrate bei 11,2. Die Geburtenrate in Akita ist mit 4,9 pro 1.000 Einwohner die niedrigste Japans.

Sugas Politik wurde stark von seiner Heimatstadt geprägt

Einheimische sagen, dass der bis zu zwei Meter hohe Schneefall die Leute in der Stadt abhärtet. So gilt Suga auch als starker Self-Made-Politiker unter vielen Politikern aus wohlhabenden Familien. Dies hat auch seine bekannteste Politik beeinflusst.

Dazu gehören die Förderung des Einreisetourismus, die Reform des landwirtschaftlichen Genossenschaftsnetzes des Landes und die Einführung des „furusato nōzei“ (Steuerspende in die Heimatstadt). Dieses System ermöglicht es Menschen, lokale Steuern in ein anderes Gebiet als ihren Wohnort zu zahlen. Zusätzlich erhält man lokale Delikatessen wie Rindfleisch und Reis als Belohnung. Im Gegenzug wird es mit Abzügen ausgeglichen.

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„Suga sprach schon lange davor über die Situation. Als er in Akita aufgewachsen ist, profitierte er von der finanziellen Unterstützung. Als er wegzog, fühlte es sich komisch an keine Steuern für seine Heimatstadt zu zahlen. Er fragte sich, ob es nicht ein System gäbe, dass es möglich mache“, sagte Hiromi Okazaki, die einst für Yoshihide Suga gearbeitet hatte.

Beamte der Stadt rechnen mit Einnahmen von 400 Millionen Yen (3,18 Millionen Euro), die aus dem Steuersystem von Suga kommen. Es ist nicht genug, aber jedes bisschen hilft Yuzawa. Die meisten Einwohner halten den wirtschaftlichen Abschwung für den verheerenden Bevölkerungsrückgang verantwortlich, der mit der geringen Geburtenrate und den fehlenden Arbeitsplätzen in der Stadt korreliert.

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