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HomeNachrichten aus JapanMehr japanische Schulen versuchen, geschlechtsneutral zu werden

Uniformen und Ranzen ändern sich

Mehr japanische Schulen versuchen, geschlechtsneutral zu werden

Jiji: In Japans Gesellschaft gibt es noch viele geschlechterspezifische Diskriminierungen und Vorurteile. Mehr Schulen versuchen deswegen, geschlechtsneutraler zu werden, um Schüler*innen den Druck zu nehmen.

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In ganz Japan ergreifen Schulen Maßnahmen, um Geschlechternormen und Stereotypen abzubauen. Dabei stehen besonders die Schuluniformen im Mittelpunkt. Immer mehr Schulen verzichten auf Uniformen, die geschlechterspezifisch sind und erlauben Schüler*innen aus Röcken oder Hosen selbst zu wählen.

Schulen bieten geschlechtsneutrale Uniformen an

Tombow Co., ein Hersteller von Schuluniformen in der Stadt Okayama, ermutigt Schulen aktiv zu geschlechtsneutralen Optionen. Ihre Kleidung ist so designt, dass sie für alle angenehm zu tragen ist, wobei auch Ideen von Transgender-Personen aufgenommen wurden.

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Das Unternehmen betont dabei, dass es ihnen vor allem um Funktionalität ginge. Die Schüler*innen sollen die Kleidungsstücke wählen können, in denen sie sich wohlfühlen, unabhängig davon, ob sie zu einer sexuellen Minderheit gehören oder nicht.

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Große Unternehmen können dabei auch Einfluss auf die Schulen haben. Die Sanyo Junior High School in Hyogo entschied sich zu geschlechtsneutralen Uniformen nur mit Hosen, nachdem Bahnbetreiber und andere Firmen ebenfalls neutrale Arbeitskleidung eingeführt hatten.

Man hat sich dabei vorher mit den Eltern, Lehrkräften und Grundschulkinder zu den Uniformen abgesprochen, um die beste Version zu wählen. Röcke sind deswegen auch weiterhin erlaubt, wenn Kinder ihn einer Hose bevorzugen.

Schulranzenfarbe verliert an Bedeutung

Bei den Grundschulen wird hingegen vermehrt auf geschlechtsspezifische Farben bei den Schulranzen der Kinder verzichtete, die in den letzten Jahren noch die Norm waren. Umfragen zeigen, dass im letzten Schuljahr nur noch 20 Prozent der Mädchen einen roten Schulranzen hatten und 60 Prozent der Jungen einen schwarzen.

Der Schulranzenhersteller Tsuchiya Kaban bietet mittlerweile 50 verschiedene Farben an. Sie führten ebenfalls eine Umfrage durch, bei der 80 Prozent der befragten Eltern angaben, dass geschlechterspezifische Farben abgeschafft werden sollen. Die gleiche Zahl sprach sich für ein geschlechtsneutrales Angebot aus.

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Aber nicht nur bei den Äußerlichkeiten gibt es Veränderungen. An einigen Schulen werden mittlerweile auch Vorschriften untersucht, die bei den Geschlechtern Unterschiede machen. Die Eltern spielen bei der Entwicklung auch eine Rolle, da sie die Wünsche ihrer Kinder mehr respektieren und toleranter sind.

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