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Andere Katastrophengebiete sehen Lage positiver

Mehrheit der Einwohner von Fukushima sind mit dem Wiederaufbau unzufrieden

Kyodo – Das große Tohoku-Erdbeben ist mittlerweile fast zehn Jahre her. Seitdem hat sich in der Präfektur Fukushima viel verändert. Glücklich sind aber nicht alle mit den Fortschritten des Wiederaufbaus, wie kürzliche eine Umfrage ergab.

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Kyodo News führte sie im November unter je 100 Einwohnern aller drei Präfekturen, die von der Katastrophe getroffen wurden, durch. Neben Fukushima wurden noch Miyagi und Iwate erfasst. Die Ergebnisse der Studie wurden nun am Donnerstag veröffentlicht und sorgten für eine Überraschung.

In Miyagi waren 80 Prozent der Befragten mit dem Wiederaufbau zufrieden und in Iwate 66 Prozent. In Fukushima waren es hingegen lediglich 30 Prozent, die den Wiederaufbau als ausreichend befanden.

Wohnsituation in Fukushima auch schlechter

Insgesamt gaben 59 Prozent an, dass der Wiederaufbau voranschreitet oder zumindest zu einem gewissen Grad voranschreitet. Auf der anderen Seite gab es 41 Prozent, die der Ansicht waren, dass es nicht ausreichend Fortschritt gibt. Eine Person enthielt sich.

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Viele schätzen den schnellen Wiederaufbau der Infrastruktur. Andere gaben hingegen an, dass die Arbeiten zu lange gedauert haben. 66 Prozent aller Befragten gaben an, dass ihre Leben wieder gerade verlaufen, da sie in einer Sozialwohnung oder einem neuen Haus leben.

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Aber auch hier gab es wieder unter den Präfekturen deutliche Unterschiede. Während Miyagi mit 80 Prozent und Iwate mit 70 Prozent Befragte mit neuen Zuhause vorweisen konnten, waren es in Fukushima gerade mal 49 Prozent.

Dazu kommen noch die Kosten zum Wiederaufbau der Heimat, die aufgrund des zurückgegangen Einkommens für die meisten Befragten schwierig war. Ein 58 Jahre alter Mann aus Natori, Miygai gab an, dass er sich mehrmals einen Kredit holen musste, um sein Haus neu aufzubauen. Seine Schulden wird er nun vermutlich erst mit 80 Jahren abbezahlt haben.

Arbeitslage bleibt unsicher

Natori selbst hat März 2020 offiziell den Wiederaufbau als abgeschlossen erklärt. Wie der Mann jedoch erklärte, sehe es zwar aus als wenn sich die Stadt erholt habe, der Wiederaufbau sei aber noch nicht abgeschlossen.

Anderen Befragten ging es ähnlich. Laut einem Mann in den Vierzigern aus Rikuzentakata, Iwate, gibt es immer noch einen großen Mangel an Arbeitsplätzen und das Einkommen ist unsicher. Er selbst musste seit der Katastrophe dreimal den Job wechseln.

Das besonders die Menschen aus Fukushima schlechtere Werte haben, ist verständlich, da sie zusätzlich mit der nuklearen Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi kämpfen mussten. Die daraus resultierende Evakuierungen erschwerten den Wiederaufbau massiv, sodass er deutlich langsamer voranging als in den anderen Präfekturen.

Regierung soll persönlichen Wiederaufbau der Menschen nicht vergessen

Unter den unzufriedenen Befragten aus Fukushima gaben viele an, dass sie enttäuscht sind, dass sie aufgrund der Strahlung immer noch nicht ein die Heimat zurückdürfen und dass die Stadtlandschaft nicht wiederhergestellt wurde.

Ein Mann in den Fünfzigern aus Futaba, Fukushima, erklärte dazu, dass in seiner Heimatstadt viele Grundstücke leer stehen und er sich deswegen nicht vorstellen kann, dass die Stadt ein Ort zum Zurückkehren wird. In Futaba befindet sich das zerstörte Kernkraftwerk und erst seit Kurzem ist der Evakuierungsbefehlen in der Gemeinde zumindest zum Teil aufgehoben.

Wie Professor Jun Oyane von der Senshu University erklärte, heißt Wiederaufbau für die Menschen, dass sie ihr Leben vor der Katastrophe zurückbekommen. Es sei deswegen wichtig, nach der Herstellung der Infrastruktur sich nun auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Bewohner zu konzentrieren und ihnen bei ihrem persönlichen Wiederaufbau zu helfen.

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