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HomeNachrichten aus JapanMehrheit der Japaner denkt, dass Männer in der Gesellschaft bevorzugt werden

Japan soll mehr für Gleichberechtigung tun

Mehrheit der Japaner denkt, dass Männer in der Gesellschaft bevorzugt werden

Zum internationalen Frauentag beschäftigt auch die Menschen in Japan die Frage der Gleichberechtigung der Geschlechter. Eine Umfrage zeigte, dass die Mehrheit denkt, dass Männer in der japanischen Gesellschaft besser behandelt werden.

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Am Montag veröffentlichte das Dentsu Institute die Ergebnisse einer Online-Studie, die sie letzten Monat durchgeführt hatten. Insgesamt nahmen 1.483 Männer und 1.517 Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren teil.

Männer werden in vielen Bereichen bevorzugt

Es zeigte sich dabei, dass 64,6 Prozent aller Befragten der Ansicht sind, dass Männer allgemein in der Gesellschaft bevorzugt werden. Mit 64,3 Prozent glaubten dazu fast genauso viele, dass es eine männliche Bevorzugung in Bezug auf Bräuche und Traditionen gibt.

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Dass Männer am Arbeitsplatz besser behandelt werden, fanden 59,6 Prozent. Bei der Kategorie Recht und System sahen 46,8 Prozent eine Bevorzugung und bei der Darstellung in den Medien waren es 38,7 Prozent.

Eine große Mehrheit gab es bei der Frage zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter. 78,4 Prozent waren dafür, dass Japan mehr konzentrierte Anstrengungen zu der Förderung der Gleichberechtigung durchführen soll, da die bisherigen nicht ausreichen.

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Gleichzeitig hatten allerdings auch viele keine großen Hoffnungen für die Zukunft. Auf die Frage, wie lange es wohl zur ersten Premierministerin dauern wird, gab der Durchschnitt eine Zeit von 27,9 Jahren an. Auch die Schätzungen für das Parlament sahen nicht besser aus.

Gleichstellung wird sehr lange dauern

Durchschnittlich wurde angegeben, dass es 33,5 Jahre dauert, bis die Hälfte der Abgeordneten Frauen sind. 24,7 Jahre wurden hingegen geschätzt, bis die Führungspositionen in Firmen einen Frauenanteil von mindestesn 30 Prozent erreichen.

Das Dentsu-Institut erklärte, dass die gesellschaftliche Einstellung in Bezug auf eine Gleichstellung der Geschlechter sich immer mehr wandelt. Es benötigt aber ernsthafte Handlungen, um Veränderungen auch wirklich zu bewirken.

Dass die öffentliche Meinung einen großen Einfluss haben kann, zeigte sich zuletzt beim Sexismus-Skandal um Yoshiro Mori, dem ehemaligen Chef des Olympischen Organisationskomitee von Tokyo. Der Druck auf ihn war so groß, dass er doch zurücktrat. Mit Seiko Hashimoto hat nun die erste Frau seinen Posten übernommen und sie setzte bereits die ersten Ideen für mehr Gleichberechtigung um.

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