Stats

Anzeige
Home News Mehrheit der japanischen Präfekturen untersucht Kriegsüberbleibsel nicht

Präfekturen zeigen größtenteils kein Interesse oder finden Untersuchungen zu schwierig

Mehrheit der japanischen Präfekturen untersucht Kriegsüberbleibsel nicht

Obwohl das Ende des Zweiten Weltkriegs nun schon einige Zeit zurückliegt, sind bis zum heutigen Tag noch Spuren vom Krieg zu finden. In Japan scheint sich die Mehrheit der Präfekturen dafür jedoch nicht sonderlich zu interessieren. Die meisten stellen laut einer Umfrage keinerlei Nachforschungen an oder untersuchen die Kriegsüberbleibsel.

Die Mainichi Shimbun stellte in einer Studie fest, dass nur sechs der 47 Präfekturen versuchen, Nachforschungen anzustellen, um die Standorte und Beschreibung von Kriegsüberbleibseln zu bestätigen. Zwischen November und Anfang Dezember befragten sie alle Regionen, die alle antworteten, zu dem Umgang mit den Objekten. Shiga, Nara, Kochi, Fukuoka, Saitama und Okinawa waren dabei die Präfekturen, die ihre Überbleibsel zählten und bestätigten.

Historische Objekte verschwinden immer mehr

Yamanashi antwortet, dass sie zwar überlegen, eine Untersuchung durchzuführen, es bis jetzt jedoch noch keinen Plan gibt. Wakayama gab hingegen an, dass sie bereits planen, sämtliche Objekte auf ihrem Gebiet zu prüfen. Die anderen Präfekturen gaben an, dass sie keinerlei Nachforschung planen, wobei davon 41 noch nie Bemühungen zur Bestätigung der Objekte unternommen haben.

Alte Militäranlagen, Bunker und andere Überbleibsel drohen somit, in Vergessenheit zu geraten. Das ist jedoch für die folgenden Generationen fatal. Die Zahl der noch lebenden Kriegsteilnehmer nimmt immer mehr ab und die Ruinen spielen eine wichtige Rolle in der Weitergabe der Kriegsgeschichte von Japan.

Mehr zum Thema:
Datenbank über Japaner, die während des Zweiten Weltkriegs in Australien begraben wurden, fertiggestellt

Dass viele Präfekturen es versäumen, das Gesamtbild der Objekte in ihrer Region zu erfassen, ergibt deswegen für die Zukunft große Probleme. Dazu stehen viel zu wenig Überreste unter Schutz, sodass sie sich selbst retten könnten. Nur einige historistische Gebäude und andere Objekte, wie durch die Atombomben beschädigte Strukturen, gelten als Kulturgüter. Die anderen Überbleibsel werden hingegen nach einem bestimmten Alter oder für andere Dinge einfach abgerissen.

Es wird deswegen betont, dass die Lokalisierung und Identifizierung von Kriegsüberresten der wichtigste Punkt ist, um die Orte zu erhalten. Einige Präfekturen finden das laut Umfrage jedoch schwierig. 24 gaben an, dass es nicht einfach sei, eine eindeutige Definition für die Kriegsüberreste zu finden. Aus diesem Grund fordern einige von der Zentralregierung Leitlinien, um solche Bemühungen besser zu unterstützen.

Zentralregierung handelt nicht ausreichend

Tatsächlich hält die Zentralregierung sich ebenfalls zurück. Schon 1996 startete die Agentur für kulturelle Angelegenheiten eine landesweite Untersuchung zu modernen historischen Überresten. Militärische Objekte waren dabei ebenfalls ein Bereich. Bis jetzt wurden jedoch nur 50 von ungefähr 500 Standorten kontrolliert, zu denen die Behörde die Präfekturen befragte. Einen Bericht von der Studie gibt es bis jetzt nicht, obwohl bereits mehr als 20 Jahre vergangen sind.

Zusätzlich scheinen die Zahlen viel zu klein zu sein. Eine Organisation aus Nagano erfasste nämlich bereits um die 50.000 Standorte von Ruinen und anderen Objekten in ganz Japan. Sie fordern deswegen eine umfassende landesweite Untersuchung, um die Kriegsüberreste alle zu identifizieren.

Der Vize-Leiter der Gruppe, Keizi Dehara, erklärt dazu, dass niemand sagen kann, was alles bereits verschwunden ist, wenn es kein Gesamtbild gibt. Eine Auflistung ist dazu dringend notwendig, um weitere Objekte vor der Zerstörung zu bewahren. Schnelles Handeln ist jedoch dringend nötig, damit ein Teil von Japans Geschichte nicht für immer verschwindet.

MS

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige