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Regierung spielt Pandemie herunter

Menschen in Japan haben genug vom Ausnahmezustand

Am Freitag kündigte die japanische Regierung an, dass der Ausnahmezustand verlängert und ausgeweitet wird. Die Menschen haben allerdings genug von der Maßnahme, die viele für sinnlos halten.

Die Regierung hatte neben der Verlängerung auch Lockerungen angekündigt, zwar müssen Restaurants und Bars immer noch früher schließen, aber große Kaufhäuser und auch Kinos dürfen wieder aufmachen. Auch bei Veranstaltungen dürfen wieder mehr Zuschauer dabei sein. Allerdings dürfen die Gouverneure selbst entscheiden, welche Maßnahmen sie umsetzen.

Ausnahmezustand bringt nicht viel

Viele Menschen sind mittlerweile der Meinung, dass der Ausnahmezustand nicht viel bringt, angesichts der Tatsache, dass sich die Details der Maßnahmen ständig ändern. Außerdem steigen die Infektionszahlen weiter.

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In 13 der 47 japanischen Präfekturen wurden erneut Höchstwerte bei den Neuinfektionen gemeldet. Allein in Tokyo 1.121, der höchste Tageswert seit dem 22. Januar. In Osaka wurden 1.021 Infektionen gemeldet, in Aichi 575 und Fukuoka 519. Hokkaido meldete 403 Neuinfektionen. Landesweit stieg die Zahl der Neuinfektionen am Samstag auf über 7.000 an.

Ein weiterer Grund, wieso viele Menschen den Ausnahmezustand als sinnlos ansehen, ist die Tatsache, dass trotzdem viele Menschen unterwegs sind. Zwar tragen die meisten eine Maske, aber laut Gesundheitsexperten sind mittlerweile die hochansteckenden Mutationen für die Infektionen verantwortlich.

Kein Gefühl einer Krise

Auch das Gefühl einer Krise ist nur noch bei wenigen Menschen vorhanden, wie viele Stimmen in den japanischen Medien zeigen. Dabei ist der Grund allerdings nicht, dass man nicht an eine Pandemie glaubt, sondern die Tatsache, dass die japanische Regierung die Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht, herunterspielt, wie die Beteuerungen, dass die Olympischen Spiele auf jeden Fall stattfinden werden, zeigen.

Auch dass in Tokyo ab Donnerstag wieder Vergnügungsparks öffnen dürfen, dämpft das Gefühl einer Krise. Zwar wurden die Besucherzahlen auf 5.000 begrenzt, aber wenn man in die Parks gehen kann, wieso soll die Pandemie dann so gefährlich sein?

Auch in Osaka werden Geschäfte wieder geöffnet, allerdings nur, wenn ihre Fläche kleiner als 1.000 Quadratmeter ist.

Keine richtigen Maßnahmen gegen die Pandemie in Japan

Bereits kurz nach Beginn des dritten Ausnahmezustands haben die Menschen in den betroffenen Präfekturen genug von den Maßnahmen gehabt. Anstelle, wie von der Regierung gefordert, abends nach Hause zu gehen – immerhin haben die Restaurants und Bars geschlossen – begann man sich in Parks oder vor Shops zu treffen und gemeinsam zu Trinken.

Ein Problem, das scharf kritisiert wird, woran sich allerdings nichts ändert, denn anders als zum Beispiel in Deutschland, will die japanische Regierung keine Maßnahmen ergreifen, die die Menschen direkt betreffen. Wie eine Umfrage allerdings zeigt, denken nicht wenige Menschen in Japan, dass aber genau so etwas nötig ist. Genauso, wie immer mehr Menschen fordern, dass die Olympischen Spiele abgesagt oder verschoben werden, wie eine Petition zeigt.

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