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Mietschwestern helfen den japanischen Hikikomori aus dem Haus zu kommen

Mietschwestern helfen japanischen Familien ihre Kinder, die öfters schon älter als 18 sind, wieder aus ihrem Zimmer rauszuholen.

Hikikomori – das japanische Wort für Menschen, die sich weigern ihr Haus oder ihr Zimmer zu verlassen, ist inzwischen international bekannt. Zu einem Hikikomori können sowohl Männer als auch Frauen werden, aber die Zahlen zeigen, dass es sich meistens doch um Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren handelt.

Eine japanische Firma namens „New Start“ bietet jetzt für solche Fälle den ‚Rental Sister Service‘. Das heißt, Eltern oder Familienangehörige können eine Mietschwester dafür bezahlen, dass sie versucht den Hikikomori aus seinem Loch rauszukriegen.

Die Mietschwestern beginnen meistens damit, sich mit den Hikikomori durch die Tür zu unterhalten. Später, wenn es ihnen gelingt, das Vertrauen der Person zu gewinnen, interagieren sie face-to-face. In manchen Fällen schaffen es die Mietschwestern sogar, den Hikikomori zu überreden das Haus zu verlassen. Dann gibt es auch neue Herausforderungen. Erstmal bieten die Mietschwestern an zusammen in ein Cafe hin zu gehen, oder einen kleinen Spaziergang in der Nähe des Hauses zu machen.

Interessanterweise haben diese Frauen überhaupt keine Ausbildung als Pflegerinnen oder Krankenschwester. Es sind einfach Menschen, die genügend Geduld haben um mit eingeschlossenen Männern zu kommunizieren.

Mietschwestern zeigen den Weg nach draußen durch Menschlichkeit und Geduld

Die Mietschwestern erzählen, was sie für wichtig bei ihrer Arbeit halten.

Erstmal muss man immer ehrlich sein. Die Hikikomori sind schon so sehr misstrauisch, und wenn sie Lügen bemerken, wollen sie noch weniger mit einem reden. Außerdem hilft es ihnen zu sehen, dass die Mietschwester auch müde oder nicht so gut gelaunt ist. Viele Japaner ziehen sich weg aus der Gesellschaft, weil sie zu viel Druck spüren „immer perfekt“ zu sein. Wenn Hikikomori aber merken, dass es auch normal ist keinen idealen Auftritt zu haben, entspannen sie sich.

Zweitens ist es wichtig für eine Mietschwester ihre Ruhe zu bewahren. Es macht keinen Sinn traurig oder sauer auf die Person zu sein, auch wenn die Kommunikation nicht klappt.

Die Dienstleistungen von Mietschwestern sind zwar nicht billig (ab 800 Euro pro Monat und höher), aber viele Familien sind bereit dies zu zahlen. Viele Japaner schämen sich einen Hikikomori in der Familie zu haben und versuchen manchmal es vor den Nachbarn und Freunden zu verstecken. Andere sehen keinen Ausweg, denn man kann nicht immer einen Erwachsenen zwingen psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Mietschwestern haben inzwischen etwa 3.000 Menschen geholfen ihren Weg aus dem Zimmer und in die Gesellschaft zu finden.

Quelle: BBC Japan

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2 Kommentare

  1. Wie können solche Hikikomoris eigentlich jahrelang so isoliert leben? Ich mein, woher kommt das Geld? Wovon leben die? Sehe sowas desöfteren in Animes und hab auch so einige Artikel gelesen, aber die Frage, WIE sie es so lange schaffen, erschließt sich mir nicht.

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