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Mobbing und Schikane stehen an der Tagesordnung.

Missbrauch japanischer Arbeiter auf US-Militärbasen aufgedeckt

In Japan sind mehrere Fälle aufgedeckt worden, in denen japanische Arbeitnehmer auf US-Militärbasen ausgenutzt wurden.

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Im US Army Camp Zama mussten zwei japanische Mitarbeiterinnen ohne ihre Zustimmung viele Tage hintereinander in einer Kindertagesstätte nach der Schule arbeiten.

Keine Rücksicht auf persönliche Umstände

Einer der Arbeitnehmerinnen, die zu der Zeit im achten Monat schwanger war, wurde von ihrem Vorgesetzten mitgeteilt, dass die Entscheidung vom US-Militär getroffen wurde, ohne Rücksicht auf ihre persönlichen Umstände. Die Frau, die im Begriff war zu heiraten, hatte keine andere Wahl als die Kindertagesstätte aufgrund der unzulässigen Anordnung zu verlassen.

Ihr Vorgesetzter meldete die Frau daraufhin und gab als Grund, wieso sie gekündigt hatte, falsche Gründe an.

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Dies ist nur ein Fall von Missbrauch japanischer Arbeitskräfte, die in dem US Army Camp Zama und in der US Naval Air Facility bekannt geworden sind.

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Mittlerweile regt sich Widerstand gegen die Behandlung japanischer Arbeitnehmer. Die All Japan Garrison Forces Labour Union startete Demonstrationen, um auf die Zustände in den US-Militärstützpunkten aufmerksam zu machen.

Ungefähr 9.000 Japaner arbeiten in Stützpunkten und 6.000 dieser Angestellten sind Mitglieder der Gewerkschaft.

Misshandlung von japanischen Arbeitnehmern in US-Militäranlagen steigt

Nach Angaben der Labour Union stieg die Zahl der Misshandlungen durch amerikanische Vorgesetzte im letzten Jahr auf über 10 Fälle, was dazu führte, dass die Opfer oft krank werden, ins Krankenhaus eingeliefert wurden und ihre Arbeit kündigten, obwohl bisher nur ein solcher Vorfall jährlich gemeldet wurde.

Eine Postangestellte im Camp Zama wurde wiederholt mündlich bedroht, grundlos herabgestuft und musste schließlich ins Krankenhaus eingeliefert werden.

In einer Kindertagesstätte in der Naval Air Facility Atsugi wurde eine Arbeitnehmerin zu Unrecht degradiert und bestraft, da sie des Verlusts von Informationen verdächtigt wurde.

Laut einer Untersuchung der Gewerkschaft war ihr Vorgesetzter vom US-Militär für das Informationsleck verantwortlich.

Japanisches Verteidigungsministerium soll helfen

Die Gewerkschaft nahm im Oktober Gespräche mit dem japanischen Verteidigungsministerium auf, um Hilfe für die Opfer des Missbrauchs zu bekommen. Anschließend veranstaltete die Gewerkschaft am Morgen des 1. Novembers eine Demonstration vor dem Camp Zama.

Obwohl die Gewerkschaft normalerweise auf persönlicher Basis mit individuellen Arbeitsproblemen befasst ist, hat sie beschlossen öffentlich zu protestieren, da in zahlreichen Einrichtungen Missbrauchsfälle gemeldet wurden.

Hinter dem Problem stehen unfaire Arbeitsmechanismen, bei denen japanisches Personal nicht vor Vorgesetzten, die ihre Macht missbrauchen, geschützt wird.

Diejenigen, die an US-Stützpunkten arbeiten, werden vom Verteidigungsministerium angestellt und ihren Arbeitsplätzen zugewiesen. Ihre Gehälter werden durch Tokyos sogenanntes „Sympathie-Budget“ gedeckt, das die Unterstützung des US-Militärs durch die Gastnation darstellt.

In der Realität bekommen japanische Mitarbeiter auf US-Militärbasen ihre Anweisungen von einem amerikanischen Vorgesetzten.

Kaum Kontrolle der Arbeitsbedingungen

Für das Ministerium ist es daher schwierig, die Arbeitsbedingungen japanischer Arbeitnehmer zu überprüfen.

Nach Angaben der Gewerkschaft besteht ein weiteres Problem darin, dass Arbeitnehmer an US-Stützpunkten nicht vollständig durch die Gesetze und Vorschriften geschützt sind, die für Privatunternehmen in Japan gelten. Sie werden auch nicht als Beamte behandelt, obwohl sie Aufgaben im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit wahrnehmen.

„In den exterritorialen Einrichtungen in Japan werden die Arbeiter zunehmend unmenschlich vom US-Militär behandelt“, sagte Tomoyuki Iijima, Vorsitzender des Kanagawa-Regionalhauptquartiers der Gewerkschaft.

„Aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen fällt es Arbeitnehmern schwer, sich überhaupt als Gewerkschaftsmitglieder zu melden. Wir werden Maßnahmen ergreifen, ohne einfach aufzugeben, und auf spürbare Weise gegen Menschen, die ihre Macht ausnutzen, protestieren.“

MA

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