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HomeNachrichten aus JapanMisshandlung von trans Frau löst in Tokyo Demonstration gegen Einwanderungszentren aus

Insassen bedankten sich bei Demonstranten

Misshandlung von trans Frau löst in Tokyo Demonstration gegen Einwanderungszentren aus

In Japan ist es leider nichts Neues, dass es in Einwanderungszentren zur Misshandlung von Ausländern kommt. Im Volksmund werden sie deswegen auch gerne nur Abschiebeknast genannt. Die Einrichtungen sind für ihren brutalen, unmenschliche Umgang bekannt, was in der Vergangenheit mehrmals zu Todesfällen führte. Am Freitag protestierten in Tokyo deswegen zahlreiche Menschen für ein Ende der Gewalt.

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Um etwa 19 Uhr japanischer Zeit versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem Shinagawa Immigration detenion center der Einwanderungszentren von Tokyo. Mit lauten Rufen forderten sie die Freilassung der Menschen, die oft über Monate und Jahre ohne wirkliche Informationen festgehalten werden oder gar ohne richtige Begründung inhaftiert wurden.

Ebenfalls wurde ein Stopp der Gewalt gefordert. Selbst die UN kritisiert Japan für den schockierenden Umgang mit den Menschen und für die Menschenrechtsverletzungen in den Zentren.

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Insassen hören die Demonstranten

Während des Events kam es dabei zu einer unerwarteten Reaktion. Die Demonstranten riefen so laut, dass die Menschen es in der Einrichtung hören konnten. Sie bedankten sich auf Japanisch so laut sie konnten für die Unterstützung. Die Gruppe antwortet darauf wiederum mit noch lauteren Rufen mit Kikoeruyo und We hear you, was „wir hören euch“ im Deutschen heißt.

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Auslöser für die Demonstrationen war neben der brutalen Festnahme eines Kurden vor einigen Wochen in Tokyo auch ein schockierender Bericht aus der Einrichtung. Eine 28 Jahre alte trans Frau aus den Philippinen wird seit Juli 2019 unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten, da sie ihr Visa überzog.

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Die Frau wird aufgrund ihrer Geschlechtsidentität 22 Stunden am Tag alleine in ihre Zelle eingesperrt, die eigentlich für Bestrafungen gedacht ist. Ihre zwei Stunden Freizeit darf sie nur von 12 Uhr bis 13 Uhr und von 16:30 Uhr und 17:30 Uhr nutzen. In der Zeit darf sie niemanden anderen der Insassen treffen und muss sich zusätzlich noch duschen sowie waschen.

Personal verweigert Medikamente

In einem Gespräch mit Yahoo Japan erklärte die Frau, dass sich andere Insassen sieben Stunden frei bewegen dürfen und nur sie von allen komplett isoliert ist. Die Hormonbehandlung, die sie, seitdem sie 20 ist, hat, darf sie erst seit diesem April wieder weiterführen. Allerdings wirken die neuen Pillen bei ihr nicht und eine Alternative wird verweigert. Mittlerweile hat der Psychiater Depressionen bei ihr diagnostiziert, die mit Selbstverletzungsverhalten einhergehen.

Die Einrichtung denkt jedoch nicht daran, die Behandlung und das Verhalten zu ändern. Der anhaltende Stress macht die Frau krank. Sie selbst erklärt, dass sie manchmal nun schreit und um sich schlägt, weswegen das Personal sie wohl nicht mag. Die Frau leidet zusätzlich unter körperlichen Beschwerden und müsste eigentlich operiert werden. Das Zentrum will davon jedoch nichts hören und in vielen Fällen werden ihr auch die Medikamente verweigert.

Regierung soll sich bessern oder sie frei lassen

Die Frau gibt an, dass sie sich sehr einsam fühlt und nur jemanden zum Reden haben will, egal wen. Ihre Mutter lebt mit den Geschwistern in Japan, kann an der aktuellen Situation jedoch nicht viel ändern und muss sich um die jüngeren Kinder kümmern.

Sie bittet die Einwanderungsbehörde sich den Bedürfnissen der LGBT-Einwanderer anzupassen, denn von ihnen wird es immer welche geben. Dass sie weder bei den Frauen noch bei den Männern, sondern ganz alleine ist, ist unerträglich. Wenn die Behörde sich nicht ändern kann, sollen sie aufhören sie zu quälen und sie freilassen. Sicher ist für sie jedenfalls, dass wenn sie für den Rest ihres Lebens alleine bleibt, dass sie sich umbringen wird.

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  • LGBT
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