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Mit mehr Touristen in Japan werden zwangsläufig mehr Spannungen entstehen

Japan braucht Konzepte um mit dem Touristenboom fertig zu werden

Japan ist ein immer beliebteres Reiseziel für Touristen und die japanische Regierung tut sehr viel dafür, immer mehr Menschen in das Land zu locken. Allerdings bedeutet mehr Touristen auch zwangsläufig mehr Spannungen im Land.

Im Mai hatte ein 23-jähriger Tourist in Kyoto das Wort Ghost an eine Brücke des Kamo-Flusses, auf einer Straße und auf Hinweisschilder gesprüht. Die Bilder seiner Aktion hatte er auf Instagram veröffentlicht, wo er sich auch damit brüstete.

Wie soll der Strom an Touristen bewältigt werden?

Der Vorfall löse allerdings erneut eine Debatte über den Tourismus in Japan aus und wie man diesen Zustrom bewältigen kann. Eine Debatte, die immer lauter wird, je mehr Touristen aus dem Ausland nach Japan kommen.

2018 kamen mehr als 31 Millionen Touristen aus dem Ausland nach Japan, wobei die meisten Menschen aus den asiatischen Nachbarländern stammten. Die japanische Regierung will im Jahr 2020 40 Millionen Touristen in das Land holen, bis 2030 sollen es 60 Millionen sein.

2017 kamen 54 Millionen Touristen nach Kyoto, eine Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern.

Kyoto für Japaner kein attraktives Reiseziel mehr.

Dies führte dazu, dass die berühmten Touristenattraktionen der Stadt förmlich von Menschen überrannt wurden. Auch der öffentliche Nahverkehr hat mit den Menschenmassen zu kämpfen. Gerade Kyoto ist ein Beispiel für die Spannung, die durch die vielen Touristen entstehen.

Mittlerweile überlegen sich viele Japaner, ob sie nach Kyoto reisen und auch die Bewohner der Stadt kämpfen mit den Menschenmassen.

Auch Tottori kämpft mit Touristen

Die Präfektur Tottori ist ein beliebtes Reiseziel für Japaner, die von den Sanddünen an der Küste angezogen werden. Laut der Präfekturverwaltung machen ausländische Touristen mittlerweile allerdings die Hälfte aller Touristen aus, vor einem Jahrzehnt waren es noch 20 Prozent.

Für viele Touristen sind die Sanddünen eine große natürliche Leinwand.

Im Januar wurde einem Touristenpaar befohlen, eine riesige Nachricht wegzuwischen, die sie in den Sand geritzt hatten. Dabei handelt es sich nur um „Happy Birthday Natalie“.

Um diese Sandbilder zu bekämpfen, haben die Behörden die Anzahl der Hinweisschilder in verschiedenen Sprachen erhöht. Die Schilder warnen die Touristen davor, die Dünen als Leinwand zu benutzen.

Soziale Kontrolle in Japan funktioniert nicht bei Touristen

„Japan übt eine so starke soziale Kontrolle über seine Bevölkerung aus und diese Kontrolle kann niemals so effektiv auf seine Besucher wirken. Daher wird dies unweigerlich zu Spannungen führen“, so Graham Miller, Professor für Nachhaltigkeit und Wirtschaft an der Universität von Surrey in England.

Laut einer Umfrage, die von 138 Gemeinden in ganz Japan im Juni durchgeführt wurde, sind Staus und Verhaltensweisen von Touristen ein Thema, dass angegangen werden muss.

Die Umfrage ergab auch, dass dieser „Overtourism“, sich negativ auf das Leben der Einwohner auswirkt, allerdings im Vergleich mit anderen Ländern, noch kein Problem darstellt.

Diese Feststellung der Japan Tourism Agency sehen allerdings viele Menschen in Japan mittlerweile anders.

„Ich glaube, Kyoto befindet sich eindeutig in einem Zustand des „Overtourism“, so Yoshiyuki Ishizaki, Experte für die Auswirkungen des Tourismus.

Schlechte Manieren und Vandalismus

Was Japan mittlerweile erlebt sind oft schlechte Manieren und zerstörerisches Verhalten im Zusammenhang mit Massentourismus. Dies ist ein Problem auf der ganzen Welt und es wächst, so Experten.

Mittlerweile fällt die Überfüllung auch immer mehr Touristen auf, gerade in Kyoto und viele Menschen in der Stadt sind der Ansicht, dass der Tourismus Einschränkungen braucht. Das Problem ist jedoch, wie dies erreicht werden kann.

In Venedig wird mittlerweile Eintritt verlangt, da die Stadt sich ebenfalls nicht vor Touristen retten kann. Allerdings stellen sich Verantwortliche die Frage, ob dies auch in Kyoto funktionieren würde.

Crowdfunding-Projekt versucht zu helfen

Einen anderen Weg geht Japankuru Funding. Mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne will das Unternehmen Touristen dazu bringen, sich in Form von Spenden zu beteiligen.

Das Unternehmen kam auf die Idee, als im Winter 2016 ein Bauer in der Stadt Biei einen einzigartigen Baum fällte, was landesweit Schlagzeilen machte.

Der alte Baum war als „Philosophiebaum“ bekannt und für viele Instagramer ein beliebtes Reiseziel. Die Menschenmassen nahmen allerdings keine Rücksicht auf die Felder der Bauern in der Region und so beschloss dieser Landwirt, den Baum zu fällen.

Japankuru Funding kam auf die Idee, mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne Schilder aufzustellen, die einen QR-Code enthalten, um Informationen bereitzustellen.

Japan braucht Konzepte um die Massen an Touristen zu bewältigen

„Der Tourismus hat sicherlich negative Konsequenzen und ein so schnelles Wachstum, wie es Japan derzeit erlebt, bedeutet, den sozialen Wandel voranzutreiben“, so Professor Miller von der Universität Surrey. „Es ist wichtig für Japan, nicht nur mehr Touristen in das Land zu holen, sondern auch an Konzepten zu arbeiten, um die negativen Auswirkungen zu begrenzen.“

Quellen: Ma, Ja, Ta, Kyodo

 

 

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