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Nachtclubs sind Infektionsherde

Nur wenige Nachtclubs in Japan haben auf die Aufforderung zu schließen reagiert

In Japan gibt es immer mehr Infektionen mit dem neuen Coronavirus bei Kunden und Mitarbeitern von Nachtclubs, innerhalb und außerhalb der sieben Präfekturen, in denen der Ausnahmezustand gilt. Das hat nun dazu geführt, dass der Aufruf der japanischen Regierung, dass Menschen keine Clubs besuchen sollen, mittlerweile auf alle Präfekturen ausgedehnt wurde.

Das Problem besteht zu einen darin, dass nur wenige Clubs auf den Aufruf, dass sie schließen sollen, reagiert haben und dass einige Mitarbeiter von Nachtclubs aus den Großstädten in ländliche Regionen abwandern, nachdem der Ausnahmezustand über Tokyo, Osaka und fünf anderen Präfekturen verhängt wurde, um dort Arbeit zu finden.

Die japanische Regierung ist sich zwar der Abwanderung bewusst, allerdings ist es schwer, diese Menschen genau zu überwachen.

Nachtclubs machen es schwer die Infektionswege zurückzuverfolgen

Als am 7. April, auf Grundlage eines beschlossenen Gesetzes für Sondermaßnahmen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten, der Ausnahmezustand verhängt wurde, nannte Japans Premierminister Nachtclubs als Beispiel dafür, wo sich der Virus schnell ausbreitet. Er forderte die Betreiber auf, ihre Clubs zu schließen und dass die Menschen solche Orte meiden, um so dabei zu helfen, die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen.

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Ein großes Problem ergab sich daraus, dass sich viele Menschen in den Clubs anstecken, man aber die Infektionswege nicht nachvollziehen kann.

Für die japanische Regierung gehört es zu einer wichtigen Agenda, die Ausbreitung des Virus gerade in solchen Clubs zu verhindern. Am 27. März sagte Ausschussvorsitzende Shigeru Omi: „In Tokyo ist vor Kurzem bekannt geworden, dass es Infektionen in Nachtclubs und anderen Einrichtungen für Erwachsene gibt, in denen die Angestellten die Kunden intim bedienen.“

Nur wenige Nachtclubs haben geschlossen

Als Reaktion darauf intensivierte die Regierung das Sammeln von Informationen aus Vergnügungsviertel, insbesondere von denen in Tokyo.

Nach der Verhängung des Ausnahmezustands und dem Aufruf, dass Nachtclubs schließen sollen, stellte jedoch nur eine Handvoll Clubs ihren Geschäftsbetrieb ein, was die Regierung wiederum in Alarmbereitschaft versetzte und nun dazu führte, dass alle Nachtclubs im Land aufgefordert werden, zu schließen. Allerdings sieht dieser Aufruf auch weiterhin keine Strafen vor, sollte ein Clubbetreiber dem Aufruf nicht folgen.

Die Vergnügungsviertel sind anfällig für Masseninfektionen, da sich zahlreiche Kunden und Mitarbeiter in geschlossenen Räumen versammeln und es schwierig ist, Personen aufzuspüren, die in engen Kontakt mit Infizierten kommen.

„Da die Nachfrage nach Anonymität unter den Besuchern und Mitarbeitern in den Vergnügungsvierteln groß ist, ist es schwierig, ihre Verbindungen zu infizierten Personen zurückzuverfolgen. Junge Menschen neigen auch dazu, bei unseren Untersuchungen nur nicht zu kooperieren“, beklagte ein Mitarbeiter des Kabinettssekretariats.

MA

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