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Mobbing als Selbstmordgrund eines Toyota-Mitarbeiters anerkannt

Die Arbeitsschutzbehörde in Japan kam zu dem Schluss, dass der Selbstmord eines Mitarbeiters von Toyota darauf zurückzuführen ist, dass er von seinem Vorgesetzten gemobbt wurde.

Der 28-jährige Mitarbeiter nahm sich im Oktober 2017 das Leben, nachdem er drei Jahre bei dem Autohersteller in Japan gearbeitet hatte. Er hatte sich bereits eine Auszeit genommen, nachdem er täglich von seinem Vorgesetzten gemobbt wurde. Als er danach wieder zur Arbeit kam, wurde er neben diesen Vorgesetzten gesetzt.

Drei Jahre bei Toyota

Laut eines Anwalts der Familie des Mannes, kam dieser im April 2015 zu Toyota, nachdem er an der Universität von Tokyo einen Masterstudiengang in Luft- und Raumfahrttechnik absolviert hatte.

Nach seiner Ausbildung in Autohäusern und Fabriken wurde er im März 2016 in der Zentrale des Autoherstellers in Toyota, in der Präfektur Aichi, einer Abteilung zugewiesen, die mit der Konstruktion von Fahrzeugen beauftragt war.

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2018 wurden 82.797 Fälle von Mobbing am Arbeitsplatz in Japan gemeldet

Als Grund für diese Zuweisung wurde ihm gesagt, dass er sehr klug sei und sein Wissen in der Abteilung gebraucht werden würde.

Der Mann wurde allerdings ständig von seinem direkten Vorgesetzten mit „Idiot“ und „dumm“ betitelt. Einmal sagte ihm sein Chef, dass er besser sterben sollte. Der Mann dokumentierte die Vorfälle. Im Juli 2016 wurde bei ihm eine Anpassungsstörung diagnostiziert und er nahm sich Urlaub.

Als er im Oktober desselben Jahres zur Arbeit zurückkehrte, wurde er einer anderen Abteilung zugeteilt. Er wurde jedoch gezwungen, diagonal vor seinem Vorgesetzten zu sitzen. Er vertraute seinen Kollegen an, dass er seinen Sitz wechseln lassen wollte. Unter Arbeitsdruck zitterten seine Hände und Beine und selbst bei einfachen Aufgaben machte er Fehler. Papiere stapelten sich auf seinem Schreibtisch. Er sagte denen, die ihm nahestanden: „Ich bin am Ende“ und „Ich fühle mich als Sklave dieser Firma.“ Er erklärte sogar, dass er sterben wollte.

Etwa ein Jahr später nahm er sich das Leben.

Opfer wurde über Monate von seinem Vorgesetzten gemobbt

Seine Familie beantragte im März dieses Jahres eine Arbeitnehmerentschädigung und machte geltend, dass sein Vorgesetzter ihn gemobbt hat. Die Familie argumentierte, dass der Mann eine Anpassungsstörung aufgrund des Mobbings entwickelte und dass er an traumatischen Symptomen litt.

Nach Angaben der Familie wurde er über Monate hinweg gemobbt. Zeugenaussagen von Kollegen bestätigten die Vorfälle. Bei einer internen Untersuchung gab der Vorgesetzte die Vorwürfe auch größtenteils zu.

Yoshihide Tachino, ein Anwalt, der die Familie des Mannes vertritt, würdigte die Entscheidung der Arbeitsschutzbehörde und sagte: „Es ist von großer Bedeutung, dass der kausale Zusammenhang zwischen dem Mobbing und seinem Selbstmord im Zusammenhang mit seinen Symptomen nach seiner Rückkehr zur Arbeit erkannt wurde.“

Drei Monate bevor er sich das Leben nahm, hatte der Mann seinen Eltern eine E-Mail geschickt und gesagt: „Meine Firma ist wie Müll. Ich würde lieber sterben.“ Die Familie fordert, dass Toyota niemals wieder andere Mitarbeiter dazu bringt, eine solche Tragödie zu erleiden.

MA

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