• Japan News
  • Kazé Anime Nights
Anzeige
Home News Museum zum japanischen Schindler öffnet demnächst in Tokyo

Museum zum japanischen Schindler öffnet demnächst in Tokyo

Japans Geschichte während des Zweiten Weltkriegs ist von zahlreichen grausamen Verbrechen und Leid geprägt. Doch ein Japaner schaffte es mit seiner Menschlichkeit und seinem Mut, der Welt in Erinnerung zu bleiben. Chiune Sugihara rettete als Diplomat zahlreichen Juden in Litauen das Leben. Nun öffnet ein Museum zu dem „japanischen Schindler“ in Tokyo seine Tore.

Das Chiune Sugihara Sempo Museum feierte am Samstag im Bezirk Yaesu seine Eröffnung. Neben zahlreichen Fotos, Gegenständen und Erinnerungstafeln der geretteten Menschen gibt es ebenfalls Manuskripte von ihm und ein Visa for Life zu sehen. Mit dem besonderen Visum ermöglichte Sugihara als Diplomat in Litauen vielen Juden die Flucht, obwohl das streng verboten war. Mehr als 6.000 Juden rettete er so das Leben.

Das Visum im Museum stammt von dem verstorbenen Nathan Bluman, dem am 9. August 1940 die Flucht vor den Nazis gelang. Über Polen schaffte er es mit einem Transitvisum bis nach Kanada. Den lebensrettenden Pass mit dem Visum spendete sein Sohn George dem Museum persönlich. Er will dazu bei der Eröffnungszeremonie am Wochenende dabei sein. Viele der geretteten Juden waren dem japanischen Schindler weit nach Kriegsende dankbar und ehrten ihn in Israel mit einer Gedenkstätte. Die wurde jedoch kürzlich zerstört, zum Bedauern aller Hinterbliebenen.

Nachfahren sind für das Museum verantwortlich

Hinter dem Museum selbst steht die gemeinnützige Organisation Chiune Sugihara: Visas For Life. Sugiharas Enkel Chihiro gründete sie zusammen mit der Enkelin Madoka. Chihiro erklärte, dass es nun bald in Tokyo eine Einrichtung geben wird, in der die Menschen etwas über den Holocaust erfahren. Er hofft, dass die Besucher verstehen, mit anderen Personen zusammenzuleben. Madoka ergänzte, dass die Menschen das Handeln von ihrem Großvater verstehen, der so viel seines Lebens in die zermürbenden Kriegstage steckte, um andere zu retten.

Menschlichkeit an erster Stelle

Dass Sugihara lange über seine Entscheidung nachdachte, zeigt eine Notiz von Sommer 1978. Er schrieb, dass er nach all dem Kämpfen und der Pein zu dem Schluss kam, den Juden zu helfen, da das wichtigste für ihn der Humanismus ist. Bis zu seinem Tod 1986 stand Menschlichkeit für ihn immer an erster Stelle. Die Ausstellung der Visa war für ihn äußerst gefährlich. Da Japan mit Deutschland verbündet war, verstieß er mit seinem Handeln gegen die Vorschriften und half im Prinzip dem Feind. Zusätzlich verbot ihm das japanische Außenministerium die Ausstellung der Papiere.

Aus Sicherheitsgründen handelt es sich bei einigen Manuskripten und dem Visum in der Ausstellung nur um Replikate. Die Originale sind sicher aufbewahrt. Nach der offiziellen Eröffnung ist das Museum von Mittwoch bis Sonntag täglich von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 3,95 Euro an Eintritt. Mittel- und Oberschüler zahlen nur 2,37 Euro und Kinder im Grundschulalter und darunter kommen umsonst rein.

Quelle: Kyodo

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Rolling Sushi - der Japan-Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück