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Mutter diskutiert mit japanischen Medien über Sohn, der Hentai produzieren will

Wenn das Kind nicht das werden will, was die Mutter gern möchte, soll sie dann die Unterstützung einstellen? Diese Frage wird gerade im Netz heftig diskutiert. Sogar bekannte Namen haben sich an der Debatte beteiligt.

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In Japan ist es üblich, dass die Eltern die Studiengebühren ihrer Kinder übernehmen. Auch für die Lebenshaltungskosten für diese Zeit kommen in der Regel die Erziehungsberechtigten auf. Die Gehälter aus Nebenjobs reichen dafür oftmals nicht aus.

In einer großen Tageszeitung Japans holte sich eine 50-jährige Mutter anonym Rat, deren Sohn zurzeit studiert und schon äußerst klare Vorstellungen hat, was er nach dem Studium machen möchte. Der junge Mann ist seit seiner Schulzeit ein waschechter Otaku. Dementsprechend fällt sein Berufswunsch aus. Er möchte ein Musik-Label gründen, das sich auf die Arbeit an Anime- und Game-Projekten spezialisiert. Eine gleichzeitig angeschlossene Event-Agentur übernimmt die Vermarktung.

Dass ihr Sprössling in diesem Bereich arbeitet, ist für die Mutter völlig in Ordnung. Schwierig wird es, als sie erfährt, dass sich der junge Mann aktuell an der Produktion eines Videospiels mit pornografischem Inhalt, einem sogenannten Ero-Game, beteiligt. Die Hauptfigur in diesem ist eine Krankenschwester, die im privaten Pflegebereich arbeitet und von Spielern gedemütigt und missbraucht wird. Als die Mutter davon erfuhr, versuchte sie ihren Sohn umzustimmen, bisher aber ohne Erfolg.

Eromanga Sensei Jinno MegumiDer Sohn erklärte ihr, dass eine Karriere in diesem Bereich unmöglich ist, ohne mit solchen Projekten in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig stellte er fest, welch wichtige Rolle solche Games im Leben vieler Menschen spielen. Außerdem erwehrte er sich gegen das Vorurteil, dass Leute, die solche Spiele programmieren, irgendwelche sozialen und ethischen Probleme haben.

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Diese Erklärung lässt die Frau bisher nicht gelten. Sie erträgt den Gedanken nicht, dass ihr Sohn sich an etwas beteiligt, in dem Menschen verletzt und unwürdig behandelt werden. Deswegen überlegt sie, die finanzielle Unterstützung einzustellen. Bevor sie sich zu diesem Schritt entscheidet, wollte die besorgte Mutter gern eine dritte Meinung einholen und wandte sich deswegen an die Online-Zeitung, in der jeder seine Kommentare und Fragen mit anderen Lesern teilen kann.

Eine Antwort kam von Toshio Okada, dem Gründer des Anime-Studio Gainax. Er kennt sich in der japanischen Anime-Industrie aus und auch was Projekte für Erwachsene angeht, ist er nicht unerfahren. Gainax brachte eine Reihe erfolgreicher und international bekannter Anime auf den Markt, musste aber trotzdem so manche Durststrecke durchstehen. Okada erzählt der besorgten Mutter, dass in dieser Zeit Projekte für Erwachsene dem Studio das Geld einbrachten, was es zur Aufrechterhaltung des Betriebs brauchte.

Okada erklärte, dass solche Arbeiten Mittel zum Zweck seien, vor denen jemand, der in dieser Industrie Karriere machen möchte, nicht zurückschrecken darf. Allerdings erkannte er den Interessenkonflikt der besorgten Mutter an. Wie der Sohn nicht von seinem Traum abrücken möchte, kann die Frau nicht ihre Werte negieren. Er bat beide, sich noch einmal zusammenzusetzen und gemeinsam über das Problem zu sprechen, sodass sie zu einem Kompromiss kommen, mit dem beide Seiten leben können.

Wenn man bedenkt, dass viele junge Leute, die in dieser Branche arbeiten, oftmals auf die finanzielle Unterstützung ihrer Familie angewiesen sind, ist das ein guter Vorschlag. Es ist also nicht klar, ob die Mutter bereit ist, ihren Sohn weiterhin zu unterstützen, selbst wenn er das aktuelle Projekt durchzieht.

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