Stats

Anzeige
Home News Mutter in Tokyo begeht wegen Corona-Infektion Selbstmord

Weil sie ihre Tochter angesteckt hat

Mutter in Tokyo begeht wegen Corona-Infektion Selbstmord

Eine Mutter, die sich in Tokyo zu Hause von einer Corona-Infektion erholte, beging am 15. Januar Scham, dass sie das Virus an ihre Familie weitergegeben hat, Selbstmord.

Die Frau lebte zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter zusammen, die beide infiziert sind. Laut Freunden soll die Frau unter Schuldgefühlen gelitten haben, weil sie das Virus an ihre Tochter weitergegeben hat.

Tokyos Gouverneurin will psychologische Hilfe verbessern

Tokyos Gouverneurin, Yuriko Koike, sagte am 22. Januar auf einer Pressekonferenz, dass es sich um einen wirklich bedauerlichen Fall handelt, der sie zu der Überzeugung gebracht hat, dass Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, eine psychologische Betreuung benötigen. Um ähnliche Vorfälle zu verhindern, will die Gouverneurin nun untersuchen, wo Verbesserungen vorgenommen werden müssen.

Seiei Muto, der Direktor der gemeinnützigen Organisation „Tokyo mental health square“, die sich in der Suizidprävention engagiert, sagte: „Wir machen Beratungen über soziale Medien, aber es immer mehr Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert wurden, zu uns, um mit uns zu sprechen.“

Mehr zum Thema:  Pandemie verantwortlich für den Anstieg der Selbstmorde in Japan

„Menschen, die infiziert sind, reden nicht über ihre Sorgen, sie werden isoliert und ihre Schuldgefühle werden stärker. Am Ende steht dann der Selbstmordversuch. Es ist wichtig, dass Familienangehörige und andere Personen, die ihnen nahe stehen, auf sie zugehen und es ist auch wichtig, dass infizierte Menschen, ihre Familie, Freunde und sogar Menschen, die mit ihnen arbeiten, mit Betriebsärzten und anderen Personen sprechen. Wir wollen nicht, dass die Menschen allein sind und von ihren Problemen ergriffen werden“, so Muto.

Yasuyuki Shimizu, Vertreter der in Tokyo ansässigen Organisation „Suicide Prevention Support Center Life Link“, sagte: „Im vergangenen Jahr sind die Selbstmorde von Frauen gestiegen, und darunter waren mehr Selbstmorde von Frauen, die mit anderen Menschen zusammenleben.“

„Dahinter steckt zum Teil häusliche Gewalt durch Familienmitglieder und Frauen, die sich um junge und ältere Angehörige kümmern, die nicht nur mit der Last ihrer eigenen Gesundheit und ihres Lebens fertig werden müssen, sondern auch mit der ihrer Familienmitglieder. Es ist möglich, dass sich einige Menschen in solchen Situationen an den Rand gedrängt fühlten. Menschen, die sehr ernsthaft sind und ein starkes Verantwortungsgefühl haben, neigen dazu, keine Hilfe zu suchen, weil sie denken, dass sie anderen Schwierigkeiten machen könnten, aber in der Coronavirus-Krise gibt es viele Menschen mit Sorgen und Problemen, deshalb möchte ich, dass die Menschen so schnell wie möglich Hilfe bei ihren Mitmenschen suchen, mit dem Gefühl, dass wir alle im gleichen Boot sitzen.“

Infizierte sind hin Japan starke Diskriminierung ausgesetzt, die oft zum Selbstmord führt

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Menschen, die sich Infiziert haben oder im Gesundheitswesen mit Infizierten arbeiten, in Japan starke Diskriminierung ausgesetzt sind. Verschiedene Organisationen hatten die japanische Regierung in der Vergangenheit aufgerufen etwas zu unternehmen.

Eine Umfrage der National Governors‘ Association ergab, dass etwa 80 Prozent der japanischen Präfekturen Beratungsdienste für Menschen, die Diskriminierung und Vorurteilen ausgesetzt sind, eingerichtet haben, die immer mehr Menschen in Anspruch nehmen. Dazu heißt es in dem Bericht: „Diskriminierende Worte und Handlungen könnten zu rechtlichen Schritten wegen Verleumdung und anderen Problemen führen.“

Der Bericht betont, wie wichtig es ist, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass jeder mit dem Virus infiziert werden könnte und die genaue Ursache von Gruppeninfektionen schwer zu ermitteln ist.

Anmerkung der Redaktion: Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren