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Nach Amoklauf bekommen Selbsthilfegruppen für Hikikomori eine Flut von Anfragen

Die Angst, noch weiter ins gesellschaftliche Aus zu geraten

Nach den jüngsten Vorfällen an denen sogenannte Hikikomori (soziale Einsiedler) beteiligt gewesen sind, bekommen Selbsthilfegruppen immer mehr Anfragen von Menschen, die Rat suchen.

Zwar ist das positiv, um betroffenen Menschen zu helfen, allerdings haben der Amoklauf in Kawasaki und die Ermordung eines Sohnes durch einen ehemaligen Politiker auch dazu geführt, dass sich viele Menschen noch weiter verschließen.

Ich habe Angst in der Öffentlichkeit gesehen zu werden

Nach diesen beiden Vorfällen wurde Rakunokai Lila, eine in Tokyo ansässige gemeinnützige Organisation, die versucht Hikikomori zu helfen, von Anrufen von Ratsuchenden überschwemmt. Viele der Anrufe kamen von Hikikomori in den Vierzigern und Fünfzigern.

„Ich kann aus Angst, in der Öffentlichkeit gesehen zu werden, nicht nach draußen gehen“, wurde eine Person zitiert. Auch die Anfragen der Eltern nach Rat nahmen zu, teilte die Selbsthilfegruppe mit.

Da sich aber viele Menschen, die sich sozial zurückgezogen haben, von der Gesellschaft abgelehnt oder minderwertig fühlen, wenn sie zum Beispiel keinen Job finden, ist es schwer diesen Menschen zu helfen. Auch Eltern, die ihre Kinder, die sich in so einer Situation befinden, nur kritisieren, sorgen dafür, dass sich diese Menschen keine Hilfe suchen.

Mediale Verurteilung ist nicht gut

Bereits kurz nach dem Amoklauf erklärten Hilfsorganisationen, dass Hikikomori nicht pauschal verurteilt werden sollten, da es so nur schwerer wird, ihnen zu helfen.

Außerdem gab es direkt nach den beiden Vorfällen Fälle von Betrug. Dubiose Hilfsorganisationen haben versucht, die Ängste der Eltern, die versucht haben Hilfe zu suchen, auszunutzen. Dafür treten sie an diese heran und fragen gezielt: „Was würden sie tun, wenn ihr Kind ein Amokläufer sein würde?“

„Viele Menschen sind der Meinung, dass die Unterstützung für Hikikomori in der Verantwortung der Familie und nicht in der Verantwortung der Allgemeinheit liegt“, so Teppei Sekimizu, Associate Professor für Soziologie an der Universität Rissho. „Allerdings leiden die Eltern und Geschwister unter einem immensen Druck und denken, dass sie etwas tun müssen. Da viele erst einmal versuchen, im Verborgenen etwas zu unternehmen, resignieren viele Familien. Daher liegt die Verantwortung eben auch bei der Allgemeinheit.“

Quelle: AS, MA

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