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Nach den gewalttätigen Vorfällen in Japan steigt bei Familien von Hikikomori die Angst

Nach dem Amoklauf in der japanischen Stadt Kawasaki und einem Vater, der seinen Sohn umgebracht hatte, weil er befürchtete, dass er auch einen Amoklauf begehen wird, geht nun die Angst bei Hikikomori und ihren Familien um.

Der Amoklauf und der Tod eines Menschen durch seinen Vater, haben die Situation für Hikikomori mittleren Alters und deren Eltern verschlechtert. Insbesondere für die, die bereits Probleme haben und versuchen, mit dem Problem verschlossen umzugehen.

Mittlerweile sagen einige Menschen, die sich zurückgezogen haben, dass die Gesellschaft sich weiter von ihnen entfremdet, da sich nach dem Amoklauf sofort Vorurteile gegen sie gebildet haben.

Amoklauf und Mord lösen Ängste bei Betroffenen aus

Bei den Eltern wiederum lösten die beiden Verbrechen die Angst aus, dass ihre Hikikomori-Kinder in die Schlagzeilen geraten könnten.

Die Mutter einer 40-jährigen Frau, die seit ihrem Schulabbruch zu Hause lebt, erzählte, dass ihre Tochter sich bereits versucht hat umzubringen. Sie traute sich allerdings nicht, jemandem von dem Vorfall zu erzählen.

Mehr zum Thema:  Gesellschaftliche Isolation – Mein Leben als Hikikomori

„Ich verstehe, dass ich mich meiner Tochter nicht schämen sollte. Ich weiß, dass ich es nicht geheim halten sollte“, so die Mutter. „Aber ich mache das die ganze Zeit, weil ich befürchte, dass meine Tochter außerhalb des Hauses Ärger macht. Ich war depressiv und ich hasse mich dafür.“

Hikimomori sollten auf keinen Fall pauschal verurteilt werden

Bereits kurz nach dem Amoklauf erklärten Hilfsorganisationen, dass Hikikomori nicht pauschal verurteilt werden sollten, da es so nur schwerer wird, ihnen zu helfen.

„Ich werde nicht für immer leben“, so die Mutter. „Ich weiß, dass ich nicht weiter zögern kann, aber ich fühle mich zerbrochen und es fällt mir schwer, mich irgendjemanden anzuvertrauen.“

„Ich habe das Gefühl, durch den Vorfall mit Kawasaki dem Blick der Öffentlichkeit ausgesetzt zu sein. Ich kann jetzt nie mehr von zu Hause weg.“

Experten ermutigen Eltern, sich von staatlichen Gesundheitsbehörden beraten zu lassen. Nur so kann versucht werden, diese Menschen vorsichtig zurück in das soziale Leben zu holen.

Eltern zögern oft, sich Hilfe zu suchen

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Eltern zögern, Hilfe in der Öffentlichkeit zu suchen, so Teruo Miyanishi, emeritierter Professor an der Wakayama-Universität, der Menschen unterstützt, die mit Hikikomori-Problemen zu kämpfen haben.

Laut des Professors neigen viele Eltern dazu zu denken, dass sie die bittere Pille schlucken und ertragen müssen. Das führt allerdings dazu, dass die Hilfe immer schwerer wird.

Unseriöse Organisationen verschrecken Eltern und Hikikomori

Außerdem besteht das Problem, dass es Hilfsorganisationen gibt, die die Notlage der Menschen ausnutzen. Zurzeit versuchen einige dieser Organisationen die Ängste der Eltern, die sich Hilfe gesucht haben zu schüren. Dafür treten sie an diese heran und fragen gezielt: „Was würden sie tun, wenn ihr Kind ein Amokläufer sein würde?“

Nach dem Amoklauf in Kawasaki erklärte die Polizei, dass der Täter zurückgezogen bei seinem Onkel und seiner Tante gelebt hatte. Sie hatten keine Anzeichen für die Tat bei ihm gesehen.

Der Vater, ein ehemaliger Regierungsbeamter, tötete seinen Sohn, der ebenfalls zurückgezogen lebte, aus Angst, dass er so eine Tat begehen könnte.

Der Politiker bekommt über die sozialen Medien viel Mitgefühl ausgesprochen, von Menschen, die verstehen, wieso er seinen Sohn getötet hat.

Mitgefühl für Vater, der seinen Sohn tötete, ein falsches Signal

Laut Teppei Sekimizu, Associate Professor für Soziologie an der Universität Rissho ist dies aber ein fatales Signal, die die Gesellschaft an Eltern von Hikimokori senden.

„Viele Menschen sind der Meinung, dass die Unterstützung für Hikikomori in der Verantwortung der Familie und nicht in der Verantwortung der Allgemeinheit liegt“, so der Professor. „Allerdings leiden die Eltern und Geschwister unter einem immensen Druck und denken, dass sie etwas tun müssen. Da viele erst einmal versuchen, im Verborgenen etwas zu unternehmen, resignieren viele Familien. Daher liegt die Verantwortung eben auch bei der Allgemeinheit.“

Nach einer kürzlich durchgeführten Umfrage des Kabinettsbüros sind schätzungsweise 613.000 Menschen zwischen 40 und 64 Jahren, überwiegend Männer, Hikikomori.

Quellen: AT, AS, Kyodo, MS

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