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HomeNachrichten aus JapanNach tödlichen Autounfall in Tokyo will Familienvater mit Petition Gerechtigkeit

Viele Leute sind von dem Fall und die Reaktion immer noch schockiert

Nach tödlichen Autounfall in Tokyo will Familienvater mit Petition Gerechtigkeit

In April kam es in Tokyo zu einem tragischen Autounfall. Ein älterer Mann verlor die Kontrolle über seinen Wagen und fuhr in eine Frau und ihre dreijährige Tochter. Beide starben noch am Unfallort. Der Familienvater will nun Gerechtigkeit für seine Frau und Tochter. Aus diesem Grund startete er eine Petition gegen den Fahrer.

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Schon seit Wochen sammelt der 32-jährige Mann Unterschriften von Menschen, damit der Fall vor dem Bezirksgericht landet. Er selbst will nach wie vor anonym bleiben. Seine Petition geht jedoch auf und mittlerweile haben mehr als 50.000 Menschen unterschrieben. Am Samstag sammelte er selbst in einem Park im Stadtzentrum, in der Nähe des Unfallorts, die Unterstützung der Menschen.

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Bis August soll die Petition noch laufen und danach beim Gericht landen. Der Vater will so erreichen, dass es zur Anklage des 88-jährigen Fahrers kommt und er seine gerechte Strafe erhält. Damit möchte er nicht nur Gerechtigkeit, sondern ebenfalls ein Exempel statuieren. Der Vater glaubt, dass sich in der Zukunft solche Unfälle verhindern lassen. Es ist nämlich leider nicht der erste tödliche Unfall für dieses Jahr in Japan, bei dem ebenfalls Kinder starben.

Bei dem Fahrer des Unfall-Autos handelt es sich um Kozo Iizuka, der kein Unbekannter ist. Er ist der ehemalige Leiter einer bekannten Agentur für industrielle Wissenschaft und Technologie. Iizuka sagt von sich, dass ihn keine Schuld trifft, da die Bremsen versagten. Die Polizei konnte das jedoch nicht bestätigen. Das Auto war komplett fahrtauglich nach ihrer Untersuchung. Allerdings gab es Zeugen, die Iizuka vorher mit einem Krückstock sahen.

Ältere Autofahrer verursachen immer mehr Unfälle

Viele gehen deswegen davon aus, dass er entweder die Bremse nicht benutzen konnte oder er die Bremse mit dem Gas verwechselte. Der Fall sorgte jedenfalls für viele Diskussionen, da die Polizei Iizuka nur freiwillig befragte und nicht festnahm. Allgemein behandelte sie ihn sehr sanft, was viele kritisierten. Am Ende gab es keine Anklage gegen ihn, was viele massiv empörte, da er offensichtlich gelogen hatte.

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Der Unfall trug dazu bei, dass Diskussionen zu der Fahrerlaubnis für ältere Fahrer erneut aufflammten. Senioren am Steuer verursachen einen großen Anteil der tödlichen Unfälle in Japan und die Zahlen steigen. Eigentlich soll ein System mit einem regelmäßigen Test verhindern, dass fahruntüchtige ältere Menschen ans Steuer dürfen, trotzdem häufen sich die Fälle, dann denen meistens die altersbedingten Probleme schuld sein. Auf der anderen Seite geben jedoch gleichzeitig immer mehr Senioren ihren Führerschein freiwillig ab, was wohl auf die Aufklärungskampagne der Polizei zurückzuführen ist.

Quelle: Kyodo

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