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Nach vermehrten Bärenangriffen steigt das Interesse an Bärenhunden in Japan

Projekt in anderer Stadt war bereits ein voller Erfolg

In den letzten Wochen gab es mehrmals Angriffe durch Bären auf Menschen in Niigata. Die Bewohner in den betroffenen Regionen sind deswegen verunsichert und um ihre Sicherheit besorgt. Aus diesem Grund werden besondere Bärenhunde zur Abschreckung der Tiere für viele nun sehr interessant.

Die Organisation Picchio informierte die Menschen in der Stadt Myoko in Niigata schon im September über Hunde, die darauf trainiert sind, Bären abzuschrecken. Sie führten die Veranstaltung zusammen mit der Wildlife Research Organization in Niigata und dem Kubikino NPO Support Center durch. Zu Gast waren dabei der Hundeausbilder Junpei Tanaka und der karelische Bärenhund Tama, die sich den rund 50 Besuchern vorstellten.

Hunde sollen nur Angst machen

Die Hunde sind eine relativ große Art und eigentlich in den Gebieten zwischen Russland und Finnland heimisch. Wie der Name schon verrät, wurden sie ursprünglich für die Jagd auf Braunbären eingesetzt. In Japan sollen sie hingegen die Bären nur von den Menschen fernhalten.

Picchio selbst ist die erste gemeinnützige Organisation, die die Hunde von den USA nach Japan brachte. Seit 2004 sind die ausgebildeten Tiere in Japan im Einsatz. Die Vierbeiner lernen vorab, den Geruch von Bären wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Wenn sie einen Bären wahrnehmen, verfolgen sie ihn und verteidigen so das Gebiet. Die Hunde halten jedoch einen gewissen Abstand und versuchen, die Bären mit Bellen zu vertreiben, sodass keines der Tiere zu Schaden kommen soll. Aus diesem Grund dürfen nur Hunde zum Einsatz kommen, die eine Eignungsprüfung bestanden haben.

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Gegenüber Menschen sollen die Vierbeiner hingegen ein sanftes Temperament besitzen und gelten als zutraulich. Tama selbst ließ sich ohne Weiteres auf der Veranstaltung von den Kindern anfassen und hörte jedoch gleichzeitig auf alle Kommandos. Bei einer Patrouille mit Tanaka fiel Tama zwar kein Bär auf, jedoch warnte er die Gruppe vor einem anderen Tier in einem der Büsche in der Nähe.

Tanaka zeigte jedoch nicht nur, was der Hund alles so kann, er informierte allgemein die Bewohner über mögliche Gegenmaßnahmen. Er erklärte, wie sie in der Stadt Karuizawa verhindern, dass die Bären zu dicht an das Wohngebiet kommen. 1998 fing Picchio als Teil des Projekts 34 asiatische Schwarzbären ein und ließ sie mit einem Sender wieder in der Bergregion frei.

Friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Tier

Die Mitarbeiter konnten so schnell feststellen, wenn sich eins der Tiere der Stadt näherte und machten ihnen mit Hundegebell und Gummigeschossen Angst, sodass sie auf Dauer das Gebiet meiden. Ebenfalls fällten sie Bäume im Buschland und verbesserten Mülleimer, damit sie keine Bären mehr anlockten. Tatsächlich zahlte sich die Arbeit aus und es gab 2016 nur neun Bärensichtungen statt 36 im Jahr 2006.

Der Vizepräsident der Wildlife Research Organization Niigata, Yasuyuki Nagano, möchte ebenfalls auf die Bärenhunde setzen, da sie ein gewaltfreies Leben zwischen Mensch und Tier erlauben. Der asiatische Schwarzbär ist nämlich vom Aussterben bedroht, weswegen Gewalt keine Lösung ist.

Da es in Myoko viele Sportveranstaltungen im Freien und Sportcamps gibt, ist der Schutz der Menschen wichtig und die Wachhunde scheinen eine gute Lösung zu sein. Sollten die Bären nämlich wirklich zu einer Bedrohung werden, könnte es zu einer Tötung kommen, was nicht nur der Population schadet, sondern ebenfalls dem Ruf der Stadt, die sich um Artenschutz bemüht.

Nagano ruft deswegen dazu auf, dass Myoko Experten ausbildet, die dabei helfen, die Stadt in ein Gebiet zu verwandeln, in dem Menschen und Wildtiere koexistieren können. Die Bärenhunde sollen dabei die Rolle als Botschafter des guten Willens spielen. Myoko äußerte sich noch nicht zu dem Vorschlag. Auf lange Sicht könnten sie jedoch Interesse zeigen, wenn es weiterhin zu gefährlichen Angriffen kommt.

MS

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