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HomeNachrichten aus JapanNachfahren von jüdischem Flüchtling danken Japan für rettendes Visa

Botschafter in Moskau stellte Ausreisepapier aus

Nachfahren von jüdischem Flüchtling danken Japan für rettendes Visa

Mittlerweile ist es schon eine Weile bekannt, dass während des Zweiten Weltkrieg mehrere Japaner mit den Juden in Europa sympathisierten und versuchten, ihnen zu helfen. Unter anderem stellten Diplomaten Visa aus, um ihnen die Flucht vor den Nazis zu ermöglichen. Mehrere Nachkommen danken Japan nun für diese Bemühungen.

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Am Mittwoch besucht der japanische Generalkonsul in New York Kanji Yamanouchi die Familie in New Jersey und sprach mit ihnen über die Rettung. Laut ihm war es damals für den Botschafter vermutlich eine schwere Entscheidung. Die fünf Kinder von einem jüdischen Flüchtling dankten für die Rettung ihrer Mutter. Der 56 Jahre alte Sohn Aaaron Kotler erklärte, dass ohne das Visum seine Mutter nicht überlebt hätte.

Diplomat soll nicht vergessen werden

Erst kürzlich konnten sie die Lebensgeschichte und die Hilfe des japanischen Diplomaten Yoshitsugu Tatekawa bestätigen. Ein Verwandter hatte eine Fotokopie des Visa, auf dem deutlich Tatekawa Unterschrift zu sehen ist und die Flucht beweist. Es ist schon allgemein bekannt, das Tatekawa Juden half, allerdings gibt es nur selten Belege dafür.

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Persönlich danken kann ihm die Familie leider nicht, da er bereits 1945 verstarb. Jedoch bittet Aaron darum, dass die japanische Regierung seine heldenhaften Bemühungen anzuerkennen. Yamanouchi versprach sich mit der Angelegenheit zu befassen und genauer die Rolle von Diplomaten zu untersuchen, die damals Juden halfen.

Tatekawa war nicht der einzige Helfer

Tatekawa stellte 1941 der damals gerade Mal 17 Jahre alten Ritschel Kotler in der japanischen Botschaft in Moskau ein Transitvisum aus. Das war damals strengst von der japanischen Regierung verboten, was Botschafter Tatekawa jedoch nicht abhielt. Ritschel Kotler reiste anschließend nach Fukui, Kobe Hoyogo, Shanghai und dann in die USA. Frau Kotler selbst habe bis zu ihrem Tod 2015 im Alter von 92 Jahren ihn dafür als einen großen Menschen gelobt.

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Neben Tatekawa halfen ebenfalls der Botschafter Chiune Sugihara in Litauen dabei, Juden mit Visa aus dem Land zu bekommen. Er gehört zu den bekanntesten Helfern und ist auch als japanischer Schindler bekannt. Saburo Nei war hingegen Generalkonsul in Wladiwostok und stellte ebenfalls Transitvisa aus. Zu ihm gibt es jedoch deutlich weniger Belege und Hintergrund Informationen.

MS

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