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HomeNachrichten aus JapanNähe der Vereinigungskirche zur japanischen Politik rückt immer mehr in den Fokus

Verbindungen und Auswirkungen werden aufgedeckt

Nähe der Vereinigungskirche zur japanischen Politik rückt immer mehr in den Fokus

Die Nähe der Vereinigungskirche zur japanischen Politik rückt in Japan nach der Ermordung des ehemaligen Premierministers Shinzō Abe immer mehr in den Fokus.

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Der Attentäter, der Abe während einer Wahlkampfrede in Nara erschoss, sagte bei der Polizei aus, dass er davon ausgeht, dass der ehemalige Premierminister in Verbindung mit der Sekte stehe.

Offensichtliche Verbindungen zwischen der japanischen Politik und der Vereinigungskirche

Tatsächlich hatte Abe eine Videobotschaft zu einer Versammlung einer der Vereinigungskirche nahestehenden Gruppe gesendet, die der Attentäter im Internet angeschaut hat.

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Sun Myung Moon, der Gründer der Vereinigungskirche, gründete 1968 in Japan auch die Internationale Föderation für den Sieg über den Kommunismus, eine politische Gruppierung.

Es gibt viele Überschneidungen zwischen den Ideen der antikommunistischen Gruppe und der politischen Agenda von Abe und einigen anderen konservativen Mitgliedern der LDP. Ein prominentes Beispiel ist die Änderung der japanischen Verfassung und der Widerstand gegen die gleichgeschlechtliche Ehe.

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In der Videobotschaft, die Abe aufgenommen hat, drückte er seinen Respekt für Han Moons Bemühungen für die friedliche Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel aus.

Das Attentat hat ein neues Licht auf die Verstrickungen der Sekte in die japanische Politik geworfen. Kritik gab es allerdings auch schon vorher, insbesondere da die neureligöse Gruppe „spirituelle Dinge“ wie Gläser usw. zu überhöhen Preisen an ihre Anhänger verkauft. Wobei davon ausgegangen wird, dass Mitglieder zu den Käufen gezwungen werden.

Anwälte kämpfen gegen die Methoden der Sekte in Japan

1987 wurde das Nationale Netzwerk von Anwälten gegen spirituelle Verkäufe gegründet, das sich für Opfer der Sekte einsetzt.

Nach Angaben der Anwälte handelt es sich bei solchen Verkäufen in der Regel um Anhänger der Vereinigungskirche, die wahllos Menschen auf der Straße ansprechen und kostenlose Wahrsagerei anbieten, ohne sich als Mitglieder der Kirche zu erkennen zu geben. Später drängen sie ihre Opfer, teure Gegenstände zu kaufen, um „schlechtes Karma“ abzuschütteln, das von ihren Vorfahren verursacht wurde.

Die Gruppe widersprach laut der offiziellen Aussage des japanischen Vorsitzenden der Sekte, dem Spenden- und Kaufzwang.

Die Mutter des Attentäters spendete der Kirche 100 Millionen Yen (ca. 719.582 Euro), um die Seelen der Familienmitglieder zu trösten.

LDP-Politiker legen ihre Verbindungen offen

Vielen LDP-Politikern wird eine Verbindung zu der Sekte nachgesagt und einige haben mittlerweile ihre Nähe offengelegt.

Yoshiyuki Inoue, ein LDP-Abgeordneter im Oberhaus, der erst diesen Monat gewählt wurde, sagte zum Beispiel, er sei ein informelles Mitglied der Sekte, aber kein Anhänger der Religion. Inoue war politischer Sekretär von Abe während seiner ersten Amtszeit als Premierminister von 2006 bis 2007.

Mittlerweile hat Japans Opposition damit begonnen, das Ausmaß und die Auswirkungen der Verbindung mit der Politik zu untersuchen, auch in den eigenen Reihen.

Die Demokratische Partei für das Volk sagt, dass sie möglicherweise Maßnahmen ergreifen muss, wenn intern Probleme aufgedeckt werden. Ihr Vorsitzender, Yuichiro Tamaki, hat zugegeben, eine Spende von einem ehemaligen Präsidenten von Sekai Nippo erhalten zu haben, einer Publikation, von der bekannt ist, dass sie enge Verbindungen zur Vereinigungskirche hat.

Es bleibt allerdings offen, ob die LDP der Opposition folgen wird und ebenfalls die Verbindungen zu der Sekte untersucht.

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