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Nur eine Präfektur und drei Städte in Japan riefen den Notstand aus

Nagano ruft als erste Präfektur in Japan den Klimanotstand aus

In den letzten Monaten kämpfte Japan vermehrt mit schweren Naturkatastrophen. Experten sind sich dabei sicher, dass solche Naturgewalten aufgrund der Klimaveränderungen in der Zukunft häufiger und stärker auf Japan treffen. Die Präfektur Nagano erkannte jetzt, wie nötig es ist, Maßnahmen zu ergreifen und rief als erste Präfektur in Japan am Freitag den Klimanotstand aus.

Nagano gehört damit nun zu einer wachsenden Gruppe aus Nationen, Regionen und Gemeinden auf der ganzen Welt, die versuchen wollen, etwas gegen die globale Erderwärmung zu tun. Aktuell sind es 22 Länder und 1.200 Gemeinden, die den Notstand ausriefen. In Japan waren bis jetzt nur die Stadt Iki in Nagasaki und Kamakura in Kanagawa Teil des Versprechens. Vor Nagano erklärte schon am Mittwoch zusätzlich das Dorf Hakuba in der Präfektur den Notstand.

In 31 Jahren emissionsfrei sein

Mit der Deklaration legt die Präfektur ein unverbindliches Versprechen ab, im nötigen Umfang und Zeitraum die Emissionen zu senken. Ebenfalls wollen sie erneuerbare Ressourcen fördern und sich anderweitig für das Klima einsetzen.

Nagano selbst weiß, wie heftig die Natur zurückschlagen kann und dass Maßnahmen dringend notwendig sind. Dieses Jahr wurden sie von Taifun Faxai und Taifun Hagibis gleichermaßen getroffen, die beide viel Schaden anrichteten. Besonders Hagibis verursachte so schlimme Überschwemmungen wie schon lange nicht mehr in der Geschichte der Region.

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Japan selbst versprach bereits, dass sie sich mehr für das Klima einsetzen wollen. Bis Ende des Jahrhunderts planen sie, klimaneutral zu sein und Tokyo will bereits 2050 CO2-frei sein. Bis 2030 soll es schon eine Reduzierung von mindestens 45 Prozent geben, um zu verhindern, dass die Erde um mehr als zwei Grad erwärmt wird, was fatale, irreparable Auswirkungen hätte. Von einem Klimanotstand sprechen allerdings beide Regierungen noch nicht. Zusätzlich sind sich viele nicht sicher, ob die aktuelle Planung ausreicht. Bis jetzt will Japan nämlich stark am fossilen Brennstoff und Kernkraft festhalten.

Ein Umdenken bei den Menschen

Die Bevölkerung entwickelt allerdings immer mehr ein öffentliches Bewusstsein für das Thema. Besonders junge Menschen setzen sich vermehrt für den Klimaschutz ein. So reichten kürzlich junge Aktivisten eine Petition mit mehr als 4.000 Unterschriften in Tokyo ein. In ihr fordern sie Tokyo auf, den Klimanotstand auszurufen. Allerdings wurde die Einrichtung bei der Versammlung des Umweltausschusses verschoben, da es keine Zeit mehr dafür gab.

Trotzdem werden die aktuellen Entwicklungen im Land begrüßt. Der Leiter der Asia Finance für 350.org, Shin Furuno, freute sich, dass Nagano nun ebenfalls sein Möglichstes zur Bewältigung der Klimakrise tun will. Laut ihm werden sich die Auswirkungen der klimabedingten Katastrophen nämlich nur noch verstärken.

Weiter liegt es nun jedoch an der Zentralregierung und den Unternehmen, den Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien mit vielen ehrgeizigen Zielen für 2030 beschleunigen. Denn nur wenn alle sich beteiligen, kann das Temperaturziel erreicht werden.

jp

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