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Nagasaki weist Entschuldigungsanfrage von koreanischem Atombombenopfer ab

Ausländische Atombombenopfer haben es nach wie vor schwer in Japan

Während auf Nagasaki 1945 die zweite Atombombe fiel, befanden sich ebenfalls koreanische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in der Nähe. Bis heute leiden die Opfer noch unter den Folgen der Bombe, erhalten jedoch kaum Unterstützung von Japan. Ein koreanisches Atombombenopfer versuchte nun eine Entschuldigung für das Fehlverhalten von Nagasaki zu erwirken, das zuständige Büro lehnte jedoch ab.

Der mittlerweile 93-jährige Kim Song-un gehörte 1945 zu den 3.400 Koreanern, die die Atombombe verstrahlte. Kürzlich stellte er eine Entschuldigungsanfrage an die Bezirksrechtsabteilung von Nagasaki. Es ging dabei allerdings nicht direkt um den Abwurf, sondern um die Namenslisten koreanischer Zwangsarbeiter, die das Büro der Abteilung entsorgte. Die Listen sind für die Opfer äußerst wichtig, weil sie nur so ihren damaligen Status nachweisen können, um eine Entschädigung zu erhalten.

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Zum Zweiten Weltkrieg musste Kim bei Shipyard & Machinery Works von Mitsubishi Heavy Industries Ltd. arbeiten. Zum Zeitpunkt des Abwurfs befand er sich ebenfalls an der Werft. Erst 2015 versuchte er, ein Hibakusha-Zertifikat als offizielles Opfer zu beantragen. Der Status als anerkanntes Atombombenopfer bringt einige Vorteile mit sich, wie eine besondere Gesundheitsversorgung. Um das Zertifikat jedoch zu erhalten, muss er seine Zwangsarbeit auf der Werft beweisen.

Regierung vernichtete einfach Beweise

Nagasaki lehnte den Antrag ab, da es angeblich keine Unterlagen gab, die seine Aussage beweisen. Zusammen mit zwei weiteren Opfern reichte er Klage gegen Nagasaki und die nationale Regierung ein. Noch während der Bearbeitung der Klage stellte sich heraus, dass die Rechtsabteilung des Bezirks Nagasaki 1970 eine Liste mit den Namen von 3.400 mutmaßlichen koreanischen Arbeitern der Werft vernichtete.

Der Vorfall sorgte für großes Aufsehen und viel Kritik an der nationalen Regierung. Kim und die restlichen Kläger verurteilten die Vernichtung als falsch, da die Liste ein wichtiger Beweis für die Atombombenopfer der Werft ist. Die damalige Verteidigung argumentierte hingegen, dass angeblich auf den Dokumenten kein Arbeiter von der koreanischen Halbinsel war. Am Ende gewannen die drei Männer diesen Januar den Fall doch und bekamen ihren Status. Zusätzlich urteilte das Gericht, dass alle Namen auf der Liste koreanisch waren.

Eine kalte, herzlose Reaktion

Kim reiste für die Entschuldigung extra von seiner Heimat Busan in Südkorea nach Nagasaki. Schriftlich reichte er die Bitte nach Maßnahmen und einer Entschuldigung ein. Die Bezirksrechtsabteilung von Nagasaki lehnte die Anfrage allerdings am 17. Juni ab. Als Begründung gaben sie an, dass Medienorganisationen wie die Manichi Shimbun versuchten, von der Übergabe der Bitte zu berichten.

Es handele sich bei Kim schließlich um einen Einzelfall und das Büro könne deswegen die Anfrage nicht vor den Medien annehmen. Kim argumentierte hingegen, dass es ein wichtiges Thema sei, das die Medien behandeln und bekannt machen sollten. Trotz erneuten Bitten nahm das Büro sein Schreiben nicht an.

Kim bedauerte dies sehr. Reportern berichtete er, dass er nicht dachte, dass ihn ein demokratisches Land wie Japan so behandelt. Doch schon bei der direkten Ablehnung vor Ort gab es Kritik. Kim war in Begleitung von Nobuto Hirano. Er ist Vertreter einer Verbindungsgruppe zur Unterstützung von Atombombenopfer im Ausland. Als er die Entscheidung des Büros hörte, sagte er den Zuständigen, dass ihre Reaktion herzlos sei. Es sei einfach kalt, einen so alten Überlebenden abzuweisen, der extra für seine Bitte nach Japan reiste.

Quelle: MS

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