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Schulbehörde erhielt Betriebsprotokolle

Nagoya stoppt nach unerlaubter Datenauswertung die Tablet-Nutzung an Schulen

Seit Kurzem sind alle Schulen in Japan angehalten Tablets für den Unterricht zu nutzen. Auch in Nagoya wird bereits mit moderner Technik gelernt, die jetzt jedoch eingestellt wurde, weil unerlaubt die Geräte ausgewertet wurden.

Die Schulbehörde der Stadt Nagoya gab am Donnerstag bekannt, dass sie die Tablet-Nutzung an Grund- und Mittelschulen vorerst einstellen. Die Schulen wurde dabei bereits benachrichtigt und sollen die Anweisung so schnell umsetzten.

Erziehungsberechtigte werden erst im Juli informiert

Grund für den plötzlichen Stopp ist die Schulbehörde selbst. Die Behörde hat die Betriebsprotokolle von den Geräten erhalten, ohne die Erlaubnis dafür zu haben, wie sie am 9. Juni bekannt gaben. Die Protokolle dokumentieren alle Aktionen, die auf dem Tablet ausgeführt werden.

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So werden neben dem Starten und Herunterfahren ebenfalls empfangende E-Mails, die Nutzung von Dateien, die Nutzung von Programmen sowie weitere Dinge angezeigt. Die Gemeindeverordnung erlaubt die Anforderung der Daten nur, wenn ein genauer Verwendungszweck angegeben wird.

Doch weder die Schüler noch ihre Erziehungsberechtigten wussten von der Auswertungen der Daten und haben auch nicht zugestimmt. Damit hat die Behörde gegen die Datenschutzverordnung der Stadt verstoßen.

Während einer Ausschusssitzung der Gemeindeversammlung gab ein Beamter der Behörde an, dass sie geplant hatten im Juli den Erziehungsberechtigten Material zur Erklärung der Datenauswertung zukommen zu lassen. Gleichzeitig entschuldigte er sich für die Datenschutzverletzung.

Nagoya nutzt als einziges die Betriebsprotokolle

Bis alle Personen über die genauen Vorgänge zu den Tablets informiert sind, werden sie vorerst nicht in der Schule genutzt. Bis Ende Mai wurden 69.122 Tablets an Schulen verteilt, was etwa 42 Prozent der geplanten Gesamtmenge ist. Da die Stadt alle Tablets selbst einrichtet, wird es noch etwas Dauern, bis alle Kinder eins haben.

Nagoya ist damit eine der letzten Großstädte, welche die Verteilung noch abschließen muss. Nach Hause nehmen dürfen die Kinder die Geräte übrigens nicht. Neben der Grund- und Mittelschule sollen auch Highschools Tablets erhalten. Sie müssen sie allerdings komplett selbst finanzieren, was bereits für Probleme sorgte.

Nagoya ist unter den 20 Großstädten der Regierung die einzige, die Betriebsprotokolle zu den Tablets nutzt. Das sei laut der Bildungsbehörde nötig, um zu verhindern, dass sich Einzelpersonen als Schüler ausgeben. Es sei wohl möglich anhand der Aufzeichnung zu erkennen, dass kein Kind das Gerät nutzt, auch wenn Passwörter und andere Informationen von Schülern verwendet werden.

Im Rahmen der Informationssicherheitsverordnung der Stadt wurde deswegen auch ein eigener Server installiert, was Nagoya um die 2,6 Milliarden Yen (ca. 19.591.000) kostete. Sie sind ebenfalls die einzige Großstadt, die zu solche Maßnahmen ergriffen hat.

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