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Steigende Produktionskosten und die Steuererhöhung sind schuld

Nara erhöht nach 28 Jahren die Preise für Hirsch-Cracker

Erwähnt man einem Japaner gegenüber den Namen Nara, denken viele Menschen nicht an historische Tempel oder heilige Schreine. Auch dass Nara einmal die Hauptstadt Japans war, bleibt eher unerwähnt. Heute sorgen vor allem die zahlreichen Hirsche, die dort leben für immer mehr Touristen und inländische Besucher.

Im Park von Nara leben über 1.000 wilde Hirsche, die sich auf dem Gelände frei bewegen. Die Tiere werden in der Stadt als Boten eines schintoistischen Gottes verehrt, dem auch der nahegelegene Kasuga-Schrein geweiht ist. Die Tiere sind natürlich sehr süß anzusehen, deswegen führt viele Besucher der erste Weg auch zu einem Stand, bei dem man Hirsch-Cracker (Senbei) kaufen kann. Diese Kekse aus Reis und einigen anderen Zusatzstoffen werden speziell für die Hirsche hergestellt.

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50 Yen für mehr Hirsch-Schutz in Nara

Die Hirsche in Nara mit Senbei zu füttern ist für Besucher ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis, da die Tiere den Umgang mit Menschen gewohnt sind. Für die Verkäufer hingegen sind die Cracker ein lohnendes Geschäft. Was in den letzten fast 30 Jahren gleich blieb, war der Preis. 10 Hirsch-Senbei kosteten immer 150 Yen (1,30 Euro). Zum ersten Oktober stieg der Preis auf etwa 200 Yen (1,70 Euro) pro Packung an. Dieser erste Preisanstieg seit 28 Jahren wird mit steigenden Produktionskosten und der Erhöhung der japanischen Umsatzsteuer von acht auf zehn Prozent begründet, die ebenfalls am 1. Oktober 2019 stattfand.

Jedes Jahr werden etwa 20 Millionen Hirsch-Cracker verkauft. Hochgerechnet bedeutet eine Preiserhöhung von nur 50 Yen (40 Cent) 100 Millionen Yen (848.000 Euro) Mehreinnahmen für die Händler und die Nara Deer Preservation Foundation. Das Unternehmen ist Eigentümer der Markenrechte an Hirsch-Senbei. Die Foundation verwendet einen Teil ihrer Einnahmen, um Schutzprogramme für die Tiere zu unterhalten und sich um ihr Wohlergehen zu kümmern.

Die Nara Deer Preservation Foundation veröffentlichte im Zuge der Preiserhöhung eine Erklärung, in der sie die Besucher um Verständnis bittet. In Anbetracht der Tatsache, dass die Steuererhöhung im Allgemeinen für viel Unmut sorgte, wäre es mal eine nette Abwechslung, wenn sich niemand über ein paar Yen mehr beklagt.

ASD

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