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Nationales Umdenken der Erdbeben-Notfallrichtlinien

Nach den großen Erdbeben in Kyushu gab es viel Kritik an der Notfallversorgung. Die Zentralregierung und die Kommunen wollen nun die Richtlinien zur Katastrophenvorsorge überarbeiten.

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In der Zeit nach den Erdbeben waren viele in und um Kumamoto gezwungen ihr Zuhause zu verlassen und eine Notunterkunft aufzusuchen. Dort gab es jedoch nicht ausreichend Hilfsgüter für die Menge an Menschen. Viele mussten sehr lange in Schlangen warten und blieben am Ende doch hungrig.

Die Regierung rät allen Bürgern selbst Vorräte und eine Notversorgung für Naturkatastrophen in ihrem Zuhause anzulegen. Nach dem Erdbeben hatten viele jedoch keine Möglichkeit an ihre eigenen Vorräte zu gelangen.

„Wenn mein Haus zusammenfällt sind Vorräte unbedeutend“, sagte Seiji Shimano, ein 64 Jahre alter Selbstständiger in Mashiki, einer Stadt in Kumamoto. Er war gezwungen, Nächte in seinem Fahrzeug zu verbringen.

„Ich hatte Schwierigkeiten selbst einfach nur aus meinem Haus zu gelangen und hatte keine Zeit Vorräte mitzunehmen“, sagte ein 40-jähriger Mann dessen Haus bei dem Beben zerstört wurde. „Es ist unrealistisch von der Bürger dazu aufgefordert zu werden, sich individuell (mit Vorräten) vorzubereiten.“

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Ein Experte rät daher zu besseren Vorbereitungen und der Suche nach einem optimalen Ort für die Notversorgung. Bürger und Gemeinden sollen ein Gefühl für Krisen behalten.

In dem Grundplan für Katastrophenmanagement fordert die nationale Regierung genug Wasser und Nahrung für mindestens drei Tage zu lagern, besser für eine Woche.

Ein Beamter des Katastrophenmanagement im Cabinet Office sagte: „Wir haben dazu aufgerufen, Notfalltaschen vorzubereiten. Aber wir dachten, dass es nur wenige Fälle geben würde, bei denen Personen nicht in der Lage sein würden, ihre eigenen Vorräte zu erreichen.“

Unmittelbar nach einer Katastrophe hat es Priorität Leben zu retten. Daher konnte denen, die durch die Verkehrslage und Versorgungsrouten abgeschnitten waren nicht schnell geholfen werden.

Da es keine festen Kriterien für die Lagerung von Vorräten durch die lokale Regierung gibt, wurde auf Basis der Daten des großen Hanshin Erdbebens im Januar 1995 durch die Stadtregierung in Komamoto ein Vorrat von 220.000 Mahlzeiten angelegt. Diese sind für 36.000 Menschen für zwei Tage ausgelegt. Das entspricht fünf Prozent der Bevölkerung.

Während der schlimmsten Zeiten der Erdbeben mussten jedoch mehr als 100.000 Menschen ihr Zuhause verlassen.
In einer Grundschule die als Schutz für 800 Anwohner gedacht war wurde als Notversorgung nur 30 Decken und nur wenig andere Gegenstände gelagert. Aber kein Essen.

In Mashiki wurde das Lager des Katastrophenmanagements durch die Erdbeben beschädigt und verhinderte, dass Beamte an die Hilfsgüter gelangen konnten. Die Bereitstellung von grundlegenden Versorgungsgütern musste daher von Regierungen anderer Präfekturen anderen Organisationen übernommen werden.

„Es müssen Möglichkeiten überarbeitet werden für die Fälle, in denen Hilfe von außen aufgrund von Schäden und Blockierungen der Straße nicht ohne weiteres verfügbar ist.“, sagte Kazuko Okuda, eine Beraterin der Japan Katastrophen Nahrung Gesellschaft und Expertin auf dem Gebiet der Notfallvorräte. „Es gibt gute Plätze in Häusern und anderen Unterkünften, wie die Haustür oder der Hof. Die gemeinsame Lagerung von Vorräten in Nachbarschaftsvereinen ist auch eine effektive Wahl.“

„Es gibt Grenzen für die Menge und Vielfältigkeit der Güter, die durch die lokale Regierung gelagert werden kann“, sagte sie. „Wenn Einwohner weiterhin Vorräte für sich selbst anlegen, besitzt die Lokalregierung mehr Platz für andere Bedürfnisse wie Babynahrung.“

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