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Partnerschaften werden von zahlreichen Unternehmen anerkannt

Neu App stellt LGBTQ-Paaren in Japan Partnerschaftszertifikate übers Handy aus

In Japan haben es LGBTQ-Paare nicht einfach, da sie allgemein gesetzlich nicht anerkannt werden. Allerdings gibt es immer mehr Gemeinden und auch ganze Präfekturen, die ihnen Partnerschaftszertifikate ausstellen. Nun wurde eine App vorgestellt, die ganz bequem über das Handy die Dokumente erstellt.

Die App wurde von der gemeinnützigen Organisation Famiee Project aus Tokyo gestartet. Seit Donnerstag ist sie offiziell verfügbar und stell digitale Partnerschaftszertifikate für LGBTQ-Paare aus. Ausländer dürfen die App dabei auch benutzen.

App ermöglicht schnellen und bequemen Ablauf

Bisher ist der Dienst nur fürs iPhone verfügbar, dafür aber komplett kostenlos. Die App funktioniert dabei genauso wie die Identitätsprüfungen bei einer Bank-App bei Eröffnung eines Online-Bankkontos.

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Beide Personen müssen eine Kopie ihres Familienregisters oder eines anderen Dokumentes, das ihren ledigen Status nachweist, vorlegen. Dazu müssen sie ihre Identität belegen und anschließend eine Erklärung unterzeichnen, dass sie einen gemeinsamen Lebensstatus eingehen wollen. Die Sicherheit der persönlichen Informationen werde mithilfe von Blockchain gesichert

Es handelt sich dabei nicht einfach nur um ein Stück digitales Papier, sondern hat wirklich einen Nutzen. Die Zertifikate werden von einer Reihe an Unternehmen akzeptiert, die mit der Organisation zusammenarbeiten. Rund 40 Unternehmen und Gruppen stehen zurzeit auf der Liste und es sollen noch mehr werden.

Unternehmen akzeptieren Zertifikate landesweit

Unter anderem sind große Namen dabei wie die Japan Airlines Co. und die Mizuho Financial Group Inc. Famiee fordert weitere Unternehmen auf, sich ihnen anzuschließen, damit LGBTQ-Paaren als normale Familien betrachtet werden. Tatsächlich werden immer mehr Unternehmen toleranter und öffnen sich. Dazu will Famiee in der Zukunft sein Angebot rund um die Zertifikate ebenfalls erweitern.

Paare können mit dem Zertifikat gewisse Vorteile oder Dienstleistungen erhalten, die normalerweise nur heterosexuellen Paaren zustehen. Da sie nur von den Unternehmen abhängig sind und nicht von der Gemeinde, können sie deswegen auch landesweit genutzt werden.

LGBTQ-Paare als Menschen zweiter Klasse

Unter anderem sollen die Zertifikate den Zugang zu Lebensversicherungen, gemeinsamen Finanzdienstleistungen, medizinischer Unterstützung und einer Wohnerlaubnis von Landbesitzern oder Vermietern ermöglichen. LGBTQ-Paare haben in den Bereichen oft mit Diskriminierungen zu kämpfen, da bei ihnen eine Eheschließung landesweit nicht anerkannt wird und Unternehmen deswegen nicht verpflichtet sind sie auch, als ein Paar zu behandeln.

Am häufigsten haben sie Probleme bei der Wohnungssuche, der Beantragung von Sozialleistungen und einer gleichberechtigten Behandlung in medizinischen Einrichtungen. Es passiert oft, das Personen ihren Partner nicht in Krankenhäusern besuchen dürfen oder für sie wichtige Entscheidungen treffen können, da sie nicht als Partner anerkannt werden.

Zertifikate von Gemeinden können diese Probleme beseitigen, jedoch nur eingeschränkt. Sie sind nicht rechtsverbindlich und die Anerkennungen gelten immer nur für die jeweiligen Regionen. Wenn die Paare also umziehen, geht ihr Status automatisch verloren, auch wenn sie in eine Gegend ziehen, die ebenfalls Zertifikate anbietet.

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