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HomeNachrichten aus JapanNeue Briefe an japanischen Schriftsteller Mori Ōgai aufgetaucht

Sensationsfund aus Nachlass entdeckt.

Neue Briefe an japanischen Schriftsteller Mori Ōgai aufgetaucht

Mediziner, Schriftsteller und Mitgründer der japanischen Moderne. Mori Ōgai (bürgerlich Mori Rintarō) hat in seinem Leben viel erreicht und besonders die deutsch-japanischen Beziehungen in der Medizin belebt.

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Nun wurden über 400 Briefe entdeckt und einem Museum übergeben, die allesamt an ihn adressiert sind und von mehr als 60 verschiedenen, führenden Persönlichkeiten seiner Zeit stammen.

Wegbereiter der japanischen Moderne

Als Sohn einer angesehenen Arztfamilie aus Tsuwano in der Präfektur Shimane studierte er Medizin in Tokyo. Die deutsche Medizin galt in Japan als Standard, sodass junge Mediziner häufig für Studien nach Deutschland geschickt wurden.

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Auch Ōgai lernte und arbeitete von 1884 bis 1888 als Regierungsstipendiat in Berlin, Leipzig, Dresden und München. Unter anderem unter Robert Koch, dem späteren Nobelpreisträger für Medizin, erweiterte er seine Kenntnisse und kehrte als Militärarzt nach Japan zurück.

Verbundenheit zu seinem Studienland Deutschland

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Nach gut 35 Jahren als Generaloberarzt verließ er schließlich das Militär und wurde der Generaldirektor der Kaiserlichen Bibliotheken und Museen. Kurz nach seinem Deutschlandaufenthalt begann er zu schreiben und verarbeitete seine Erlebnisse in den „drei deutschen Novellen„. Teilweise sind sie noch immer Schulstoff in Japan.

Seine besondere Beziehung zu Deutschland zeigt sich auch in den Namen, die er für seine vier Kinder wählte: Otto, Marie, Anne und Louis.

Die nun gefundenen Briefe werden aktuell von Experten und Mitarbeitern des Mori Ogai Memorial Museum in Tsuwano überprüft und studiert. Jedoch konnten vier ausgewählte Briefe bereits exklusiv von Journalisten begutachtet werden.

Unter den Absendern befinden sich auch zwei Premierminister: Aritomo Yamagata (1838-1922) und Kinmochi Saionji (1849-1940). Andere sind Poeten, Schriftsteller und Kunstkritiker.

Hieraus konnten bereits neue Erkenntnisse über die betreffenden Personen gemacht werden. So griff Mori Ōgai beispielsweise der Frau des Dichters Tekkan Yosano finanziell unter die Arme, damit sie ihrem Mann nach Frankreich folgen konnte.

Neue historische Erkenntnisse

Viele weitere Briefe dokumentierten Ōgais fürsorgliche Art und gaben darüber hinaus Auskunft über ihre prominenten Verfasser, bestätigt Kazuhide Yamazaki, der Direktor des Tsuwano Museums.

Die zuständigen Museumsmitarbeiter gehen davon aus, dass sie bis Ende des Jahres alle Briefe transkribiert haben. Danach wollen sie anfangen, die Inhalte zu prüfen und in ihren historischen Kontext einzuarbeiten.

Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum des Museums sollen die Ergebnisse ihrer Forschungen veröffentlicht werden.

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