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Neue Gangster-Generation bereitet der Polizei in Japan Kopfschmerzen

Lockere Strukturen machen der japanischen Polizei zu schaffen

Wenn man an Gangster in Japan denkt, kommt einem sofort die Yakuza in den Sinn, doch eine neue Generation bereitet der japanischen Polizei Sorge.

Die Yakuza wird oft als Organisation mit strengen Regeln und einem noch strengeren Ehrenkodex romantisiert. Dass diese Vorstellung nicht stimmt, dürfte vielen eigentlich klar sein, aber trotzdem hält sich diese Vorstellung hartnäckig.

Im vergangenen Monat haben die japanischen Medien jedoch ihr langjähriges Schweigen über die Aktivitäten der organisierten Kriminalität in Japan gebrochen. Mitte September wurde dann auch zum ersten Mal von einer Behörde Stellung bezogen, als die Bildungsbehörde von Kobe vor der Halloween-Veranstaltung der Yamaguchi-gumi, Japans größte Yakuza-Gruppe, warnte.

Eine neue Generation Gangster

Während die Yamaguchi-gumi versucht, ihre organisatorischen Schwierigkeiten zu beseitigen, hat sich die Aufmerksamkeit der japanischen Medien auf eine neue Gruppe von Verbrechern verlagert. Die Hangure Shūdan ist die neue Generation, die der japanischen Polizei Kopfschmerzen bereitet.

Der Begriff Hangure setzt sich aus „han“ und „gure“ zusammen, was für „gureru“ steht und so viel bedeutet wie „kriminell werden“. Genau gesagt handelt es sich bei Hangure um lose organisierte Gruppen, die man als „Quasi-Gangster“ bezeichnen kann.

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Die Yakuza

Diese Gruppierungen flogen lange Zeit unter dem Radar der Polizei und daher ist es schwer zu sagen, seit wann sie eigentlich als gefährlich eingestuft wurden. Es gibt allerdings immer mehr Berichte von den Aktivitäten der Hangure.

Am 16. Januar dieses Jahres kam es zu einer Schlägerei zwischen dem in der Mongolei geborenen Sumogroßmeister Asashoryu und einer Person, die bisher nicht identifiziert wurde. Der Großmeister musste daraufhin seine Karriere beenden. 2010 wurde Ichikawa Ebizo, ein Kabuki-Schauspieler, zusammen geschlagen.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen in den letzten Jahren und niemand weiß genau, was die Gründe für diese Vorfälle sind.

Unterschiede zwischen Yakuza und Hangure zeigen Probleme der Polizei

Auf der Webseite von Nakamura International Criminal Defense LPC werden die Unterschiede zwischen den Yakuza und Hangure-Gruppen erklärt.

Laut Nakamura enthielt das 1991 in Japan verabschiedete Gesetz zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens spezifische Definitionen für Gangster, in denen Attribute wie Oyabun-Kobun-Beziehungen und eine pyramidenförmige Struktur anerkannt wurden.

Hangure dagegen bilden Gruppen, die auf persönliche Beziehungen beruhen. Während die Mitglieder der Yakuza älter wurden und die Mitglieder rückläufig sind, stieg die Zahl der Hangure an.

Angesichts des Vorgehens der Polizei gegen die Yakuza ist die Fähigkeit der Hangure, sich in der Gesellschaft zu verstecken, wertvoll und ein Grund für diese Gruppen, Abstand von den Yakuza zu halten.

Lockere Organisation und keine Bindung an die Gemeinschaft

Man kann Hangure also als „Gestaltwandler“ der kriminellen Unterwelt Japans bezeichnen. Und da sie in der Regel locker organisiert sind, ist es für die Polizei schwierig, ihre Aktivitäten im Auge zu behalten.

Ein weiterer großer Unterschied zu den Yakuza besteht darin, dass Hangure nicht sehr eng mit den Gemeinschaften in ihrer Umgebung verbunden sind. Sie sind dadurch mobiler als die Yakuza. Das macht es schwer, spezielle Individuen innerhalb einer Hangure zu überwachen.

Seit die Präfekturpolizei von Okinawa im April 2018 ihre Abteilung für organisierte Kriminalität umstrukturiert hat, wurden Berichten zufolge drei Gruppen von Hangures mit 80 Mitgliedern identifiziert.

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